Buch 
Ueber Verbauung der Wildbäche in Gebirgs-Ländern, vorzüglich in der Provinz Tirol, und Vorarlberg : zum Gebrauche für Bau- und Forstbeamte, Obrigkeiten, Seelsorger, und Gemeinds-Vorstände / von Joseph Duile
Entstehung
Seite
20
JPEG-Download
 

20

gelbsten Gebirge abgebrochenes Geschiebe, welches sichunter dem Abgleitungs-Winkel festgesetzt, nach undnach verwachsen, und durch Verwesung der Pflanzenvergrößert hat. Die Unterlage, auf welcher solcheGeschiebe liegen, besteht sehr oft nur aus Schieferla-gen, die sich von Bergqnellen durchgenäßt, auflösen,oder aus Thonschichten, welche keine Bindung, undFestigkeit besitzen, durch ihre Schwere, und ihre Ten-denz zum Abbrechen ausbauchen, und auf diese Artdas auf ihnen liegende Geschiebe znm Abstürze, beymThongrunde aber zum Abschießen bringen. DieselbeWirkung kann auch das unter der Oberfläche der ohne-hin steilen Bergsciten eintretende Gefrieren des dortverborgenen Wassers hervorbringen; jedoch seltener;weil die Quellwässer gewöhnlich Bestandtheile in sichenthalten, welche dem Gefrieren widerstehen, und weilsolche Quellen selten sich so hoch an der Ober^ache be-finden, daß die Kalte sie noch znm Gefrieren bringenkann. Solche Abstürzungen nennet man, wenn sie sichüber eine größere Flache ausdehnen, Bergstürze.

Derley Ereignisse sind der erste, und vorzüglichsteGrund des Verklausens, d. i. der Vcrschließungen derRinnsale der Wildbäche, wozu noch oft die Nachläs-sigkeit der Bewohner dieser Gegenden bey dem Fällendes Holzes an diesen Bergwänden vieles beyträgt.Gewöhnlich werden die Baumwipfel, Aeste, kurz dieAbfälle des Stammholzes, deren die Leute dort weni-ger beuöthiget sind, auf dem Platze gelassen, unddann durch verschiedene Ursachen in das Bett desBaches hinabgeführet.