Menschen Schaden zuzufügen. Da wurde er ergriffen und zum Selbstmord verurtheilt. DieseTodesart wurde damals nicht selten denjenigen anheimgestellt, die sich ein Staatsverbrechen hattenzu Schulden kommen lassen, und bei den nie ruhenden Hofintriguen kamen solche Verbrechenhäufig vor. Wahrscheinlich zogen manche diese Strafe dem nicht minder üblichen Abschneidender Nase und der Ohren vor.
Was ist Medinet Habu ? Ist es thatsächlich der prächtige Wohnsitz eines hervorragendenHerrschers gewesen, wie einige Gelehrte angenommen haben, oder ist es nur ein Denkmal zuEhren des grossen Fürsten, eine Stätte, in welcher der Geist Ramses ’ III., dessen Grabmal wirheute Morgen besichtigt haben, im Vollgefühle seiner eigenen Herrlichkeit und seiner mass-losen Prunkliebe walten konnte? Es ist schwer, darüber zu entscheiden, obwol die zweite Deutungdie grössere Wahrscheinlichkeit für sich hat. Die ägyptischen Könige führten ihre unvergänglichenBauwerke nur zu re-ligiösen Zwecken auf.
Unter einemFenster sind Dar-stellungen nordi-scher Männer zusehen, Teukrer, Pe-lasger, Etrusker undSarden. Die halb-arischen Stämmevon Kleinasien undSüdeuropa befan-den sich damals ingewaltiger Gärungund wanderten anden Gestaden desMittelmeers hin, in-dem sie gegen diedortigen Ureinwoh-ner kämpften. Sie
stützten sich dabei theils auf Wagenburgen, welche mit Ochsen bespannt waren und hinter denensich die Familien der wandernden Krieger bargen, theils unternahmen sie den Angriff auf Schiffen,die mit grossem Geschick gesteuert wurden.
Hier ist eine Abbildung der ersten, für alle Zeiten verewigten Seeschlacht und einesBarbareneinfalls in Aegypten in Stein gemeisselt. Ramses III. in Person schiesst Pfeile gegen dieFeinde, die gleich den Rothhäuten Amerikas einen Federschmuck auf dem Kopfe tragen. Sieunterliegen. Die unter der Fensterbank, auf welche der Pharao sich stützen kann, abgebildetenGestalten der Gefangenen sollen eigentlich dazu dienen, durch ihren drastischen Ausdruck denTriumph des Pharao lebendig zu veranschaulichen. Weiter im Innern des dreistöckigen Bauesbefinden sich Gemächer mit Wandgemälden, auf denen nackte nordische Sklavinnen mit schönemgriechischen Profil dargestellt sind. Sie bringen dem Rhampsinit Blumen dar, spielen mit ihmDame und warten dem König auf.
Die naive Weltanschauung jener Zeit brachte es mit sich, dass die Inschriften auf denGebäuden buchstäblich von allem handelten. So wird z. B. in Medinet Habu der Vernichtung derwestlibyschen Stämme Erwähnung gethan und gleich daneben die Angabe gemacht, wieviel und
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