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ADEN.
Der Befehlshaber von Aden wurde auf das Admiralsschiff eingeladen, verrätherischerweise fest-genommen und aufgeknüpft. Inzwischen hatten die Türken die Stadt unversehens überfallen undsich darin mit einer genügenden Besatzung und etwa hundert Kanonen festgesetzt. Obschon dieEinwohnerschaft Adens sich bald darauf den Portugiesen ergab, wurde die Stadt dennoch vonPeri Pascha, der mit einer Flotte aus Aegypten gesandt worden war, von neuem eingenommenund noch stärker befestigt. Mehrere Jahrzehnte lang machten die Untergebenen des Padischahkurzen Process mit den zugereisten Europäern und warfen sie, darunter sogar englische Schiffs-kapitäne, einfach ins Gefängniss.
Allmählich wurde der türkische Einfluss inJemen schwächer, das Land gerieth in die Gewaltder einheimischen Imams und begann unterinnern Unordnungen zu leiden. Aden standhauptsächlich unter der Botmässigkeiteines kleinen arabischen Sultans ausdem Stamme der Abdali, der über denKreis Lahedsch herrschte. Die ziemlichunkriegerischen Bewohner wurdenvon halbwilden räuberischen Nach-barn überfallen, die bei dieserGelegenheit Aden plünder-ten. Unter dem Vor-wände, die Ordnungherzustellen,sandteim eJahre
1839 diebritische Re-gierung 700Mann Lan-dungstruppen
mit zehn Kanonen hierher undbemächtigte sich der Stadt. Das
wichtige Handelscentrum, welches einst durch Reichthum und Grösse der Einwohnerzahl geglänzthatte, wurde von den Engländern in einem Zustande äusserster Armuth und tiefsten Verfalls vor-gefunden. Mit der ihnen eigenen Energie und Gewandtheit brachten sie Aden bald wieder zurBedeutung. Zuerst war diese Nachbarschaft der „Ungläubigen“ den Arabern lästig. Ein Fanatikerbegann sogar, den „Heiligen Krieg“ gegen die Fremden zu predigen. Eingeborene aus der Um-gebung versuchten Einfälle, aber es half nichts, und als die englische Regierung dem Häuptling derAbdali ein Jahresgehalt aussetzte, legte sich die Gärung nach und nach vollständig. Gegen einegewisse jährliche Subvention erklärten sich die Aden zunächst wohnenden Stämme bereit, Karavanenfreien Durchzug zu gewährleisten. So blieb es bis auf diesen Tag. Eine mächtige Nation bezahltalso an ein im Grunde genommen winziges Völkchen Tribut, womit sie wie überall an den un-ruhigen Grenzen ihres Colonialbesitzes dieselbe Vorsichtstaktik befolgt. Wenn man aber an diedrohenden Befestigungswerke denkt, an denen wir vorbei mussten, um vom Hafen aus hinter dieGebirgskette, die den Meeresstrand vom Festlande scheidet, zu gelangen, wenn man erwägt, dass
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