>^)eine Kaiserliche Hoheit der Grossfürst-Thronfolger reitet in Begleitung seines Gefolgesauf einem malerischen Wege von Dewletabad nach Roza zurück. Wenn man rückwärts blickt, sonimmt die soeben verlassene Festung mit dem hohen Minaret am Fusse der Burg in der Fernegeschlossenere Umrisse an und sieht noch majestätischer aus. Das Minaret blitzt von weitemgrell im Sonnenlicht, indem die blauen Fliessen, welche den Thurm schmücken, die Strahlen derMittagssonne zurückwerfen. Die von der Cavalcade durchzogene Gegend ist von den dicht-bewachsenen Ruinen eines uralten politischen Centrums, Buddha-Wanti, übersäet, einer alt-indischen Stadt, die sich durch auffallend mächtige Dimensionen ausgezeichnet haben soll. Jahr-hundertelang boten die Ziegel und Steine seiner Paläste und Tempel ein unerschöpfliches Materialzum Bau der im Mittelalter erstandenen Städte Tagara und Deogiri, sodass sich hier also genaudieselbe Erscheinung wiederholte wie etwa bei der Erbauung der arabischen Stadt Kairo aus denTrümmerhaufen von Memphis. Noch heutzutage ereignet es sich, dass hier, wie in Russisch-Centralasien auf dem Boden des unübersehbaren Merw, nach starkem Regenfall sehr bald interessanteMünzen oder Aehnliches zum Vorschein kommen.
Die Entstehung und die künstlerische Vollendung der in der Nähe von Roza befindlichenHöhlentempel von Ellora , welche wir nächstens besuchen, kann nur unter Annahme eines sehrzahlreichen Culturvolkes in dieser Gegend erklärt werden. Von seinem Vorhandensein und seinenBedürfnissen zeugen am allerberedtesten grosse Wasserbehälter, die sich häufig zu beiden Seitenunsers Weges im Schatten eines dichten niedrigen Gehölzes theilweise erhalten haben.
Der Weg führt in steilem Anstiege zu den Höhen, welche die Ebene von Dewletabadv °n Roza trennen. Nach aussen ist der Saumpfad mit einer steinernen Mauer eingefasst, welcheden Zweck hat, den Sturz der Fuhrwerke in den jähen Abgrund zu verhüten. Diese Schutzmauerexistirt hier schon seit Jahrhunderten, da sie bereits in dem Reisewerke Tavernier’s erwähnt wird,der über diesen nämlichen Berg in einem mit Ochsen bespannten indischen Karren befördertworden war. Den Lastthieren muss es recht sauer werden, sich hier herauf zu schleppen. Aufzwei Pfeilern in halber Höhe des Weges sind die Namen der Grossen aus Aurangseb’s Um-&e bung verzeichnet, welche die Pflasterung des Saumpfades angeordnet hatten.