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Es wird ihm die Decke vom Kopfe genommen, dann wird er an eine Stelle gesetzt, von wo aus
er auf die Strasse mit den hin und her wogenden Menschen blicken kann, dann wird er auf alle
mögliche Art gereizt: bald stellt sich vor ihm eine Gruppe von Leuten auf, die Miene machen,
wüthend über ihn herzufallen, bald wird vor seinen Augen mit Tüchern gewedelt, bald wird er
mit nicht endendem Weibergeschrei betäubt. Das letztere Mittel scheint auf den entsetzten Tschita
die nachhaltigste Wirkung ausztiüben. Er fügt sich und wird zahm - so zahm und unterwürfig,
dass er folgsam und gutmüthig wie ein Hund wird. Ein Jagdleopard besucht mit seinen Erziehern
die von Menschen erfüllten Bazare, wo ihn niemand fürchtet - nur die Hunde begegnen ihm
mit ärgerlichem Knurren; er schläft mit seinem Wärter auf einem Lager, ja unter einer Decke.
Es kommt häufig vor, dass der Tschita in seiner neuen Existenz die ererbten Jagdeigenschaften
einbüsst und den Sprung verlernt, dem er wild das leichte Erlangen der Beute verdankt
Heute haben Ihre Hoheiten Gelegenheit, den Jagdleoparden mit Erfolg thatig zu sehen.
_ _ . . , a , \ nll f pinem Karren zum Jagdplatze gescharrt und in
Der Tschita wurde mit verbundenen Augen aut einem ivai J & n ö
-t i i i i l* o^-rrirtcpn Antilopen gebracht; darauf wurde ihm schnell
die Nähe der scheuen, sonst aber recht soiglosen auuiu^ * ’
ja T,, Nu richtete sich das Thier wild aut und jagte
die Binde von den Augen genommen. In einem «u ö
blitzschnell auf seine Beute los. , T ,, , ,
cv.rrt T, j-taz. Urf- w lä sst man ihn entweder vom Blute der noch
Sobald der Tschita die Beute gepackt hat, tassi m . . X1 , , ..
, , . .. , ,. 1 oi-nmrcrt hat, indem er sich m ihrem Nacken testbiss,
zuckenden Antilope naschen, die er eben ei würgt nai, „ ’
, j t i ^ dpc Thieres. Der Tschita von Baroda wurde auffallend
oder man gibt ihm Stückchen von der Leber des i nieres .
, & . T , f _ a,. ihn wiederum des Lichtes beraubte und fortschaflte.
schnell von seiner Beute entfernt, woraut man mn wicu
„ T , „ , . , u i l .ne“ hpo-eben wir uns zum Fxtrazuge zuruck, um direct
Nach Erlegung vieler „black bucks begeDeu w °
& & r , j, der Fürst von Baroda gerade ausserhalb seiner
nach der Hauptstadt von Gudscherat zu fahren, aa 3 .
.f TT i • ■ .,, rf 3n Sehenswürdigkeiten nur das im Bau begriffene,
Residenz weilt. Uebngens gibt es dort an oeuci t> ° .
hälb im europäischen, halb im indischen Stil entworfene Schloss des Mahar ds ha und dte tm
Arsenal des Staates Baroda ans Gold und Silber gegossenen Kanonen mtt kostbarem Gesclnrr
füt dte Zugochsen. Ahmedabad entgegen. Die Gegend scheint cultivirter
In raschem Fluge dampft unser Zug AhmeaaDau ö & 6
, . , , rr • i -ni vin'minein von grossen Affen, die ohne die geringste
und reicher zu werden. Baumreiche Ebenen wimmern ö & ö
. , i „ Crhipnenstranne hocken oder sich aut ihm herum-
Scheu in grösster Gemüthhchkeit neben dem hclnenensrrai
ö „Ttcrhen sie von den Aesten herunter, die Mutter mit
tummeln. Mit ergötzlichen Grimassen rutsene . , .. c . . , ,
& , Tr , . r Apm Rücken. Sie hupfen, sie agen einander nach
ihren sich fest anklammernden Kiemen auf dem Kucicen. 1 , .
, , , • j t onrüpiiten Und rund umher — glühende Mittagshitze,
und kommen hart bis zu den arbeitenden Landleuten, ui & ö
üppige Saatfelder, eine blühende Natur!..--
Die Provinz Gudscherat ist eines der interessamesten gesegnetsten und hervorragendstenGebiete Indiens . Einst haben hier die Gudscharen gewohnt, dte spatet nach Osten, in te anges-ehene, verdrängt worden sind. in wekhe die epische „ Traditionen des arischen
Schon aus enen altersgrauen I a & ’ , . .
. ö • d en Kämpfen der Arier mit den Ureinwohnern des
ammes zuruc reicien, en J heute Ahmedabad liegt. Archäologische Forschungen
Landes, gerade ^ (dem alten Sauraschtra) geben vollen Grund zu der
au er angrenzen en a in U ral te Verbindungen mit Mesopotamien , mit Arabien
Annahme, dass hier lange vor Uirisu o -n-x -n * • r
. . 4 ° , z. j 0 „ hohen Die griechisch-baktnschen bürsten Demetrius und
und sogar mit Aegypten bestanden naoen. s , „ ß . ,
u , , , - • u „nVhuo-en Eroberungen bis hierher ausgedehnt. Bald nach dem
Menander haben ihre historisch wichtigen nroueiu ö ö . , . .
Beginne unserer Zeitrechnung erschienen hier euch trano- und turano-skythtsche Völkerschaften,
die Schakas welche mit jenen Schakyas blutsverwandt waren, aus deren Matte Buddha hervorging.
Diese neuen Ankömmlinge, die Schakya-singhas (Schakya-Löwen) nannten ihre Hauptstadt „Löwen-