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Orientreise ... Nikolaus Alexandrowitsch von Russland 1890-1891 / verfasst von ... E. Uchtomskij
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AHMEDABAD .

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Es wird ihm die Decke vom Kopfe genommen, dann wird er an eine Stelle gesetzt, von wo aus

er auf die Strasse mit den hin und her wogenden Menschen blicken kann, dann wird er auf alle

mögliche Art gereizt: bald stellt sich vor ihm eine Gruppe von Leuten auf, die Miene machen,

wüthend über ihn herzufallen, bald wird vor seinen Augen mit Tüchern gewedelt, bald wird er

mit nicht endendem Weibergeschrei betäubt. Das letztere Mittel scheint auf den entsetzten Tschita

die nachhaltigste Wirkung ausztiüben. Er fügt sich und wird zahm - so zahm und unterwürfig,

dass er folgsam und gutmüthig wie ein Hund wird. Ein Jagdleopard besucht mit seinen Erziehern

die von Menschen erfüllten Bazare, wo ihn niemand fürchtet - nur die Hunde begegnen ihm

mit ärgerlichem Knurren; er schläft mit seinem Wärter auf einem Lager, ja unter einer Decke.

Es kommt häufig vor, dass der Tschita in seiner neuen Existenz die ererbten Jagdeigenschaften

einbüsst und den Sprung verlernt, dem er wild das leichte Erlangen der Beute verdankt

Heute haben Ihre Hoheiten Gelegenheit, den Jagdleoparden mit Erfolg thatig zu sehen.

_ _ . . , a , \ nll f pinem Karren zum Jagdplatze gescharrt und in

Der Tschita wurde mit verbundenen Augen aut einem ivai J & n ö

-t i i i i l* o^-rrirtcpn Antilopen gebracht; darauf wurde ihm schnell

die Nähe der scheuen, sonst aber recht soiglosen auuiu^ *

ja T,, Nu richtete sich das Thier wild aut und jagte

die Binde von den Augen genommen. In einem «u ö

blitzschnell auf seine Beute los. , T ,, , ,

cv.rrt T, j-taz. Urf- w sst man ihn entweder vom Blute der noch

Sobald der Tschita die Beute gepackt hat, tassi m . . X1 , , ..

, , . .. , ,. 1 oi-nmrcrt hat, indem er sich m ihrem Nacken testbiss,

zuckenden Antilope naschen, die er eben ei würgt nai,

, j t i ^ dpc Thieres. Der Tschita von Baroda wurde auffallend

oder man gibt ihm Stückchen von der Leber des i nieres .

, & . T , f _ a,. ihn wiederum des Lichtes beraubte und fortschaflte.

schnell von seiner Beute entfernt, woraut man mn wicu

T , , . , u i l .ne hpo-eben wir uns zum Fxtrazuge zuruck, um direct

Nach Erlegung vielerblack bucks begeDeu w °

& & r , j, der Fürst von Baroda gerade ausserhalb seiner

nach der Hauptstadt von Gudscherat zu fahren, aa 3 .

.f TT i .,, rf 3n Sehenswürdigkeiten nur das im Bau begriffene,

Residenz weilt. Uebngens gibt es dort an oeuci t> ° .

hälb im europäischen, halb im indischen Stil entworfene Schloss des Mahar ds ha und dte tm

Arsenal des Staates Baroda ans Gold und Silber gegossenen Kanonen mtt kostbarem Gesclnrr

füt dte Zugochsen. Ahmedabad entgegen. Die Gegend scheint cultivirter

In raschem Fluge dampft unser Zug AhmeaaDau ö & 6

, . , , rr i -ni vin'minein von grossen Affen, die ohne die geringste

und reicher zu werden. Baumreiche Ebenen wimmern ö & ö

. , i Crhipnenstranne hocken oder sich aut ihm herum-

Scheu in grösster Gemüthhchkeit neben dem hclnenensrrai

öTtcrhen sie von den Aesten herunter, die Mutter mit

tummeln. Mit ergötzlichen Grimassen rutsene . , .. c . . , ,

& , Tr , . r Apm Rücken. Sie hupfen, sie agen einander nach

ihren sich fest anklammernden Kiemen auf dem Kucicen. 1 , .

, , , j t onrüpiiten Und rund umher glühende Mittagshitze,

und kommen hart bis zu den arbeitenden Landleuten, ui & ö

üppige Saatfelder, eine blühende Natur!..--

Die Provinz Gudscherat ist eines der interessamesten gesegnetsten und hervorragendstenGebiete Indiens . Einst haben hier die Gudscharen gewohnt, dte spatet nach Osten, in te anges-ehene, verdrängt worden sind. in wekhe die epische Traditionen des arischen

Schon aus enen altersgrauen I a & , . .

. ö d en Kämpfen der Arier mit den Ureinwohnern des

ammes zuruc reicien, en J heute Ahmedabad liegt. Archäologische Forschungen

Landes, gerade ^ (dem alten Sauraschtra) geben vollen Grund zu der

au er angrenzen en a in U ral te Verbindungen mit Mesopotamien , mit Arabien

Annahme, dass hier lange vor Uirisu o -n-x -n * r

. . 4 ° , z. j 0 hohen Die griechisch-baktnschen bürsten Demetrius und

und sogar mit Aegypten bestanden naoen. s , ß . ,

u , , , - unVhuo-en Eroberungen bis hierher ausgedehnt. Bald nach dem

Menander haben ihre historisch wichtigen nroueiu ö ö . , . .

Beginne unserer Zeitrechnung erschienen hier euch trano- und turano-skythtsche Völkerschaften,

die Schakas welche mit jenen Schakyas blutsverwandt waren, aus deren Matte Buddha hervorging.

Diese neuen Ankömmlinge, die Schakya-singhas (Schakya-Löwen) nannten ihre HauptstadtLöwen-