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weise der Kosaken mit den Schandthaten höchster Grausamkeit vergleicht, mit denen sich dieersten Colonisatoren Indiens befleckt haben. So sei ein Ereigniss erwähnt aus der Zeit derLusiaden, jenes Epos, in welchem der unsterbliche portugiesische Dichter Camoens als Augenzeugeund als muthiger Krieger die ETeldenthaten seines Volkes besingt. Als die Portugiesen einst imKampfe mit den Ungläubigen vor Indien unterlagen, schämte sich Vasco da Gama , blind vorRachedurst, nicht, ein aus Mekka nach Hindostan mit einer Menge von Pilgern zurückkehrendesSchiff, das er auf offener See einholte, das aber an dem Misgeschick der Portugiesen nicht diegeringste Schuld trug, dem Feuer zu übergeben, taub gegen die Bitten der Frauen, die währenddes Greuels um Gnade flehend dem erbarmungslosen Admiral ihre Kinder entgegenstreckten.Als das Schiff in hellen Flammen emporloderte, bot es mit den dem sichern Verderben geweihtenOpfern das Schauspiel der Hölle, wobei die abendländischen Kreuzfahrer zur See die Rolle derteuflischen Quälgeister spielten.
In ihrem Hasse gegen das muhammedanische Element auf indischem Boden nahmen diePortugiesen keinen Anstand, die Anhänger Muhammed’s als ein ihnen in politischer Beziehungund vom Standpunkte der Handelsconcurrenz verhasstes Element mit allen, auch den ärgstenMitteln auszurotten. Der grosse Vasco da Gama hing, wenn er zum Bombardement vonorientalischen Seestädten schritt, zunächst die gefangenen Muhammedaner an die Mastbäume, dannHess er die Leichname herunternehmen und schickte die abgehauenen Hände und Füsse den Ver-wandten, zum Schlüsse Hess er die verunstalteten Rumpfe ins Meer werfen und zur Einschüchterungdes Feindes ans Ufer treiben. Ich bezweifle, dass unsere Räuber des 16. Jahrhunderts im stock-dunklen Innern der sibirischen Wälder sich zu einer so raffinirten Bestialität verstiegen, einenso blinden Hass gegen die Urbevölkerung des Landes nährten.
Die Portugiesen begannen bald, sich mehr und mehr mit den Hindus zu verschmelzen,sich mit den Besiegten durch Ehebündnisse zu amalgamiren und ihnen den katholischen Glaubenzu bringen, sich selbst aber mit der durch und durch heidnischen Weltanschauung des Hindu-thums zu durchdringen. Das Resultat war ein jedes Schöpfergeistes in politischer und culturellerBeziehung bares Nichts. Die portugiesische Colonie war und blieb ein Streifen der pyrenäischenHalbinsel, umgeben von exotischen Lebensbedingungen, ein Theilchen des klerikalen Rom auf demBoden Indiens und seiner conservativsten Schöpfungen, der Schaft eines einst heiligen Missions-banners, das sich in dem dichten Walde von Handelsflaggen und Kriegsfahnen mit ihren rein welt-lichen Losungsworten verlor. _
Später, als der britische Löwe sich auf das Ufer von Madras legte, triumphesfreudighauptsächlich infolge der über die Nebenbuhler aus Frankreich , aber auch über die einheimischenFürsten gewonnenen Siege, da schlossen sich die Engländer von Anfang an nicht durch eineMauer von den Eingeborenen ab, die öfters den weissen Colonisatoren auf der Wahlstatt un-schätzbare Dienste leisteten. Die besten, als Offiziere fungirenden Sipahis der damaligen Zeiterblickten ohne alle Wichtigthuerei in ihren europäischen Offizieren wackere Kameraden, beidenen man fühlte, dass sie das Bedürfniss empfänden, mit allen Regimentsgenossen in innigstenBeziehungen zu leben. Erfreuten sich doch damals die Eingeborenen von Offiziersrang ganz der-selben Rechte wie die Söhne der weissen Rasse, ja sogar einer gewissen Hochachtung, die z. B.einen Engländer zwang, in Gegenwart eines solchen verdienten Sipahi diesen einzuladen, sich zusetzen u. dgl. m.
Auf lange Zeit von der nebligen Heimat fern, sich den Sitten des Landes, in welches siedas Schicksal versetzt hatte, anbequemend, sich mit einem sanften liebevollen Harem einrichtendund durch diesen mit dem einheimischen Leben sich innig verknüpfend, gewannen diese ersten
Orientreise. II.
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