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Orientreise ... Nikolaus Alexandrowitsch von Russland 1890-1891 / verfasst von ... E. Uchtomskij
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SAIGON UND CHOLON .

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sischen Besitzungen in jenen Erdstrichen. Unter der Fülle der Druckschriften ragen an Werthhervor die sorgfältig herausgegebenen Forschungen archäologischen Inhalts, Mittheilungen überdie künstlerischen und religiösen Seiten des frühem Culturlebens dieses Bandes, Untersuchungenüber die Geschichte dieser Gegenden, als noch Schiwa und Wischnu über sie herrschten. Mehrals einmal geschah es, dass Malaien und Javaner unter brahmanischen Königen Einfälle in denNorden Indochinas machten. Selbst die dortigen Herrscher, deren Hände nach dem bildlichenAusdruck der Chronik sonnengleich das chinesische Heer versengten, waren wahrscheinlich selbstAbkömmlinge derselben waghalsigen Rasse der braunen Südseeinsulaner. Die wissenschaftlicheBeleuchtung all der über die damalige bedeutungsreiche Epoche vorhandenen Thatsachen ist von.höchstem Interesse und wird hoffentlich die dankbare Aufgabe einer nicht fernen Zukunft bilden

, . T . 1 CjnVnn Unsere Blicke ruhen zum letzten mal auf

Vier Uhr nachmittags. Wir verlassen baigon. unsere i _ . .

, ^ , TZ1 D Hinterindien jener Stadt, in welcher wir in so kurzer Frist ein

den Gebäuden des Klem-Pans von Hintennuien, je

r lin( i herzlicher Aeusserung kameradschaftlicher Gefühle ge-

so reiches Maass von Gastfreundschaft und nerzueu

S0 rei t 1 * 1 01 -Hn nnrh 7uschauer herbei, die sich von dem zur Abfahrt

nossen haben. In dichten Scharen eilen noch Auscnauer

gerüsteten russischen Geschwader verabschieden wo en. .... f

s w pp- um eiligst zum Ufergelande zu entschlüpfen.

Plumpe Boote versperren uns den weg, um c g ,

F , , kiiwtpm Bernstein oder aus Steinkohle fuhren das Ruder.

Zierliche Weiberhände mit Armbändern aus billigstem Dernsrem uue .

i, T, 11V 1 A hainfeli^en Reisstrohhüten sieht man die typischen Gesichts-

Unter blauen Baumwollbinden und fiadigipieu ö eu , , ,, T

der plattnasigen, dunkeläugigen Männer mit rothen, von Kautaback geschwollenen Uppen, m

langen Kalikohemden mit Krag- Leuten d; e Leidenschaft, Sonnenschirme zu tragen. Noch

Sehr eigen mm ici . Attribut der Macht und Privilegien der hohem Beamten-

icht gar lange her galten h.er soUe alsAttnbu^ ^ ^ tngen> ^ dan hiesige

weit, heutzutage a er a |e er Mehrzahl der von der abendländischen Civili-

Volke in semer Emkilt überaus zusag GtaAd wdtanschiu au$

sation unberührten Asiaten zeichnet es sicn umc

. . . Die Reise tritt in ein neues, ausserordentlich interessantes Stadium. In weniger alseiner Woche eröffnet sich uns China . Bisjetzt hatten wir eine uns verhältnissmässig fremde Weltvor Augen, die Russland in politischer Beziehung augenblicklich nur abstract berührt. . . . Mit derAnnäherung an das Grenzgebiet des Himmlischen Reiches verändert sich der Gesichtspunkt.

Beim Besuche Griechenlands athmete unsere Seele hauptsächlich auf über der göttlichenSchönheit der Ueberreste der antiken Kunst. An jenem Tage, als der russische Name auf demNile gefeiert wurde, sprach sich laut und siegreich der Protest des griechischen, koptischen undarabisch-fellachischen Orients sowie des mit glorreichen Traditionen verknüpften französischenElements aus gegen den rücksichtslosen angelsächsischen Egoismus und dessen Sucht, über schwächere

Völker den Herrn und Meister zu spielen.

Indien gewährte uns bezaubernde Gemälde innerer Harmonie, insofern letztere bisher nochganz geblieben ist, unerachtet der es in der Gegenwart schwer bedrückenden Lebensbedinguno- e nSeine geistige Verwandtschaft mit uns, eine gewisse Gemeinschaft und Uebereinstimmung unsererhistorischen Schicksale, die Zukunft des unglücklichen Landes, alles das führte auf Schritt undTritt zum Nachdenken. Die Bekanntschaft, die wir mit der malaiischen und siamesischen Weltschlossen, bereicherte uns mit blendendschönen Eindrücken und unerwartet fruchtbaren Beoriffenvon der Lebenskraft dieser Länder. ö

Orientreise. II. ,