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ihres Vaterlandes fast versteinerten zahllosen Gemeinwesen des riesigen, in Schlaf versunkenenReiches zu neuem Leben aufzurütteln, dann wird dieses Ereigniss folgenschwerer sein, als wennwir China zehnmal mit Krieg überziehen oder es chaotisch verwalten würden. Wenn die Europäer - ich habe besonders die Engländer im Auge - dem politisch kraftlosen, in wirthschafthcher Be-ziehung noch jungen Reiche der Bogdychane mit fester Hand ihre Regierung auferlegten, so wärensie leicht im Stande, dasselbe in ein zweites Indien umzuwandeln, das der Ausbeutung einen nochviel unerschöpflichem Schatz von Hilfsquellen böte als das Land Buddhas und Schiwas. Dero-elbgesichtige Eingeborene würde sich möglicherweise für die Colon.satoren gerade so gut zueinem trefflichen Soldaten, zu einem blinden Werkzeug ihres kalten Willens machen lassen alsdie selbstverleugnenden, ihrer Heeresfahne ergebenen Sipahis. Was in Südasien zum Unheil seinerLandsleute der seinen Militärinstractoren folgsame „black man“ geworden ist, das würde m nicht
minder kurzer Zeit der „yellow man“ werden.
Unsere Hauptaufgabe im „gelben“ Orient sollte sich vorzugsweise darauf beschränken,
uns vor solchen Eventualitäten zu bewahren, damit nicht später kostbares russisches Blut umsonst
fliesse und ungeheuere Summen ausgegeben werden müssen im Kampfe mit Calamitäten, deren
., . „ , 1 • 1 1 , L,„ t f-p die man aber stets voraussehen und voraus ab-
Abwehr man allzulange hmausgeschoben hatte, uie iiihu
wenden sollte. . , ... 1U
Um in unserm asiatischen Orient bewusster wirken zu können, sollten wir uns unserehistorische und, sei es endlich gesagt, unsere providentielle Lage an den Grenzen der entgegen-gesetzten Culturen klar machen. Das Abendland lehrt uns geistige Disziplin sonst aber spiegeltes sich an der Oberfläche russischen Lebens nur trübe wieder. Alle Seiten desselben, die Tiefen
, vr n 1 . 1 j , , Hauche echt orientalischer Anschauungen und
des Volksthums sind durchdrungen von dem naucuc co r 0
Glaubensüberzeugungen, sind umweht von der Sehnsucht nach neuen, hohem Lebensformen „ach
weiten Menschheitszielen, nach Idealen, die ein ganz anderes Gepräge haben als die durch den
„ . , , Wnm-era-ebrachte Weltanschauung der heutigen Durch-
Materialismus schon ganz und gar heruntergeuido . TT j -u 1 . ,
. . .. a . 1 ..ii- 1 Pnoolond mit seinen Horden überschwemmt, mit der
schnittseuropaer. Asien hat unzahligemal Kussiarm _ . _ . . T
. * 1 ... . lin j vnsammen mit Persien und iurkestan, mit Indien
Wucht seines Andrangs zertrümmert und zusaumic . . ,
. . . • r a. 1 nmnewandelt. Bis aut den heutigen lag haben wir
und China 111 ein fast homogenes Ganze umgewa. . ö ■
. T . . , A1 . 1 , ß -u„i izpine deutlich umnssene Grenze, noch wäre eine solche
lenseits des Kaspi, des Altai und des Baikal Keine ueuu ...... . . ,
zu finden, eine von der Natur scharf gezogene Demarcationslime, hinter welcher das imeigentlichen Sinne „Unsere“ aufhört Die Nuancen des Überganges, insbesondere von den rus-
. , „ . J , • • 1 on qind so unfassbar, dass sie jeder Uehmtion spotten. Wir
sischen Besitzungen zu den chinesischen, sina su . ’ . , , T t r u TT
haben z. B. in unsern europäischen Centralprovinzen im Deutschen und Uralischen Heere bud-dhistische Kosaken, die mit den ehemaligen Peking tributpflichtigen Nomaden eines Stammes sind.Am Manitsch-Strome, zwei Tagereisen von Moskau entfernt, tnfft man Lamas , die ganz: den-selben Ornat tragen wie die Buddhistenpriester auf den Bergen Tibets . Die nordbuddhistischenGeistlichen reisen unbehelligt von Kalkutta nach Sibirien und sogar bis nach Petersburg .
Das grandiose Panorama, das unsere alten orientalischen Grenzprovinzen bieten, entsprichtvollständig demjenigen, zwischen welchem sich Charaktere wie der von den Historikern noch nichtgenügend aufgehellte Dschingischan (aus Transbaikalien ) ausbildeten, Charaktere hervorragenderMönche mongolischen Geblüts, aber rein indischer Weltanschauung, Charaktere von Helden, indenen sich die russisch-turanische Kraft der Kosaken verkörperte, die uns den Orient eroberten.
Wer das erhabene Panorama Nordostasiens kennt, jene Einöde, die noch über maassloseReichthümer Wache hält, muss begreifen, warum der menschliche Geist hier ewig entweder nachder höchsten Selbstvertiefung trachtete oder sich mit dem Schwung und Drang eines reckenhaftenAbenteurers in die Weite stürzte, fest entschlossen, die unüberwindlichsten Schranken auf seiner