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Orientreise ... Nikolaus Alexandrowitsch von Russland 1890-1891 / verfasst von ... E. Uchtomskij
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NAGASAKI UND KAGOSIMA .

Deutschland !) Archipel des fernen Ostens trieb. Gegenwärtig regt sich dort die entgegengesetzteStrömung, und Millionen Existenzen, die für ihre heissesten Wünsche das reiche Korea mit derMandschurei und das in seinen Hülfsquellen unerschöpfliche, saumselige China erwählt haben,setzen sich in Bereitschaft, um einst den Kampf mit dem hochfahrenden Westen aufzunehmen.Was wird eine nahe Zukunft bringen?

Indem es seinen ungeschlachten Riesennachbar, der von alters her in der Oberherrschafteiner beliebigen Dynastie von Eroberern aus dem Norden seine Befriedigung findet, überholte (obauf länger, kann niemand sagen), ist das japanische Volk mit einem mal in die Entwickelung seinerindustriellen Kräfte eingetreten und hat seine Handelsbeziehungen allmählich fast über alle Länderdes Erdballs verzweigt.

Es wusste in 15 Jahren den Ungeheuern Absatz grünen Thees, den Amerika früher ausChina bezogen hatte, zu verdreifachen. Um die Baumwollspinnerei auf eigene Rechnung zu be-treiben, zog es Hundert-tausende geschickter bil-liger Arbeiter heran, führtegute Maschinen ein unduntergrub mit fester Handdie Einfuhr ausländischerStoffe, wodurch es neben-bei in England den Ruinmancher Fabriken ver-ursachte.

Von weitem machtdieser ferne Erdenwinkelauf uns den Eindruck desSpielzeugs, des Spass-haften. Zieht man jedochdas Leben in Betracht, dassich im Herzen diesesenergischen Volkes regt,dann ändert sich das Bildsehr rasch. Von dort rücktgegen das arglose Abend-land in lautloser Stille eineGefahr von ganz elementarer Wucht heran. Ihr innerstes Wesen lässt sich noch nicht erkennen.Sie gleicht jenen Nebeln, die sich in der Meerenge von Formosa an die Schiffe schleichen. Mandarf nicht vergessen, dass auf dem Raume, den dasLand des Sonnenaufgangs mit seinen 3850Inseln einnimmt, über 40 Millionen Menschen leben.

Das Land birgt eine eigenartige Vergangenheit und eine sehr problematische Zukunft insich. Es entlieh sich in alten Zeiten die Elemente der Cultur aus China , vorzugsweise auf demWege über die Halbinsel Korea. Den Tibetanern ähnlich durchdrang es sich, trotz seines an-geborenen militärischen Geistes, mit buddhistischer Gefühlsweise. Im Mittelalter unternahm eskühne Seefahrten bis Malakka und knüpfte Verbindungen mit Siam und Annam an. Stets war esbereit, von Ausländern möglichst viel zu lernen und in der Familie der asiatischen Völker keineabgesonderte Stellung einzunehmen. Das Erscheinen der Europäer versetzte die Japaner zuerst infreudige Stimmung, da sie aus dieser Verbindung Vortheil zu ziehen hofften; indessen trat bald

KORBHANDLER.