Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
120
JPEG-Download
 

120

Die zweyte Erscheinung, wobey der Rückwallendestrom beym hohen Stande desriusses eine gröfsere negative Neigung hat, als beym niedrigen — läfst sich so er-klären: Die Fluthmasse, in die“Maasmündung einströmend, schiebt den Flufsstrom— nachdem sie in demselben einen Stillstand, dann Kenterung, hervor gebracht hatte■— v °r sich hin, weil die Fluth während ihrer ganzen Dauer in die Flufsmündungeintritt. Vermöge dieser einströmenden Fluth — die nothwendig bis zum Boden miteiner gewissen Geschwindigkeit fliefsen mufs, wie uns denn auch die angestelltenMessungen (s. 42 8 der ersten Ausgabe) beweisen; und der cohäsion des wassers, welche dieBewegung von einer flüssigen Masse in dieandere, oder von einer wasserwand in die andereimpulsirt, und so einen fortwälzenden bewegliches Aufstau bildet. — Vermöge dieserWirkungen treiben die untern Querwände des Fluthstromes die obern zur umrollung,und machen sie aufwärts fliefsen. Ist demnach die wassermenge des rlufsstromes grofs,so mufs sie, wenn sie einmal von der in der Mündung eingeströmten Fluthmasse inrückwallender Bewegung gesetzt ist — in einen und denselben puncten des Flufsstro-mes einen hohem Aufstau, mithin ein höheres steigen der Oberfläche (in Verhält-nisse der Länge) hervorbringen, wie diefs die Tabelle s. 117, und die auf s. 118 u. 1 19 mit-getheilte, beweifsen. Diefs steigen mufs auch gröfser seyn, wenn der RÜckwallendestromaus einer weiten Bahn in eine engere tritt, als wenn die Bahn sich flufswärts erwei-tert. Da nun der erstere Fall bey der Maas und Merwede statt findet, so ist diesezweyte Erscheinung um so leichter zu erklären.

§. 97 . Aus dieser Erklärung folgt auch: dafs die Oberfläche des RÜchivallen-den&tromes sich alsdann desto mehr einer Horizontalfläche nähern müsse, wennder fIuJs niedrig steht , ja sie kann auf eine weite strecke in die Nähe der Mündungfast horizontal seyn. Hierbey darf ich mich, der Kurze wegen, -nur auf die TabelleS. 118 u, 119 . und auf xdg. 4 . 5. und 6 . Tab. 49 . beziehen.

$. Q8. Der 90te §. und die Natur der Bewegung des Ebbe - und Fluthstromesdie entweder von Moment zu Moment abnehmend oder zunehmend ist, zeigt es :dafs alle Geschwindigkeitsmessungen der Ebbe - und rluth ströme nur dann ein brauch-bares Resultat, in Hinsicht der wassermenge, geben können, wenn sie zur halben Ebbe-oder halben rluthzeit, unter einerley umständen, angestellt sind. Bey der vor - oderNachfluth; bey der Vor - oder Nachebbe; bey der höchsten rluth und niedrigstenrbbe, tritt die unbehaarrlichste Strömung ein, die eine fast immer geringe Geschwin-digkeit, also eine solche Geschwindigkeit giebt, bey welcher die Mängel unserer In-strumente von Einflufs seyn können. Sie giebt ferner auch defswegen kein für dieHydrotechnik brauchbares Resultat; weil dabey auf den gröfsten Angriff des Wassersgerechnet werden mufs. Will der w'asserbaukundige vollends das verhältnifs der was-