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Die vier grofsen schiffe bleiben indessen noch vor ihren Ankern und scheer seilenliegen, da die kleinem inzwischen noch eine Fracht Ballast hohlen, und auf das stückausladen, damit dasselbe recht fest auf den Grund zu liegen komme, und mit derrluth nicht aufgetrieben werden könne. Endlich machen die schiffe ihre senkseilelos, ziehen sie wieder aus den oehsen d heraus; die Anker, woran die schiffe lagen,werden gelichtet, und alles was zum zweckmäfsigen versenken eines Sinkstückes zuthun nöthig war, ist vollendet.
Die sinkstücke werden zu allen See - und rlufsbauten, wo Ebbe und rluth geht,gebraucht, um hiermit die werke bis zu der uöhe des niedrigsten Wassers anfzufüh-ren. Zu diesem Ende werden zwey, drey oder mehrere stücke mit gehörigen Ein.schnitten auf die eben beschriebene Art auf einander versenkt, die Unebenheiten, wel-che statt haben, wenn das werk bis zum niedrigsten wasserstande aufgeführt i.st,werden, nach der Art des nribbcn - Baues , durch raschinen - ragen (naardlagen) gleichgemacht, und hernach durch schichten von einem Fufs Dicke, bis zu seiner erforder-lichen Höhe gebracht. Um ein merkwürdiges Beyspiel von dem Gebrauche der sink-stiicke zu geben, dient die 5. Figur auf xab. 20., wvlche darstellt, wie der Grund -bruch, der i. J. 178Q in dem neugemachten Winter -neich vor der Stadt Axel in Flan dern , entstand, mit sinkstücken neben - und aufeinander, allmählig ist verschlossenworden. Die mittlere Breite dieses Bruches war 20 Ruthen , und die Tiefe 27-| Fufs.Den 30. May desselben lahres war der Bruch mit den sinkstüchen wieder hergestellt.'-'
§. IQ4. Solche sinkstücke können auch auf Rundhölzern, die man nach Art ei-nes Flofses an ihren zwo Enden mittelst zweyer in der Queere gelegten Rundhölzerbefestigt, auf dem Wasser selbst verfertigt werden. Ein solcher Flofs wird nämlichzwischen zweyen flachen Fahrzeugen oder Prahmen, dergestalt gehängt, dafs manüber diese Fahrzeuge Balken legt, die an dem entgegengesetzten Bord des prahmensm ittelst an diesem eingeschraubten Haltringen befestigt werden, damit sie nicht auf-wuchten, wenn das sinkstück taucht. An die Rundhölzer wird ein von zähen wei-den - oder Tannenwurzeln gemachter Kranz oder Ring befestigt, so wie an dem Bal-ken ein zweyter. Durch diese Ringe wird alsdann ein seil gezogen, welches zugleichdurch die oben bemerkten Haltringe geht. So wie nun das Sinkstiick auf das Flofsgemacht, und,mit Beschwerungsmaterial bedeckt ist, folglich zu sinken anfängt, wer-den die in die Ringe gehenden seile nachgelassen, und endlich aus den, an die Flofs-hölzer befestigten Ringen herausgezogen, wo eben das Flofs vom ströme unter demsinkstück fortgetrieben wird, un4 zu einem zweyten sinkstiick gebraucht werden-kann. Weil aber ein solches Flofs nicht immer vom Strome fortgeführt wird, sondern'zum iheil unte^ dem sinkstücke liegen bleibt, so mufs man dazu Rundhölzer, die
nicht stärker als Hopfenstangen und grün, daher biegsam sind, nehmen. Diese stan-
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g^n legen sich alsdann unter das sinkstiick in das Flufsbett oder in das Deckmaterialde s bereits eingelassenen sinkstückes hinein.
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