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des zwischen geradelinigteil und parallelen ufern fliefsenden Stromes nicht erhalten,wenn man darin nicht den vollen-Strom einleitet. Ist die Erde aus dem Durchsticheauf eine solche Entfernung ( 3 00 Fufs) zu transportiren, wobey man das Zugvieh an-wenden mufs , so lege man über den Erdboden hin Leitdämme, nach Art des Maschi-nenbaues und zwar in derjenigen Richtung , welche die künftigen rlufsufer haben sol-len. Hat der Strom bis zu diesen Leitdämmen sein Bett erweitert, so wird der In-genieur in den meisten Fällen genöthigt seyn, das ufer durch einen Faschinenbau ge-gen fernem Abbruch zu beschützen. Die negränzung des neuen Flufsbettes mit Fa-schinenbauwerken wird fast bey allen Bergflüssen statt finden müssen, weil dieselbeeine Menge Nebenarme haben, worin der Strom eine neue Bahn auszuwühlen sucht,und den Durchstich zu verlassen trachtet.
Um die Aushebung des Durchstiches , ohne von einem hohem wasserstande ver-hindert zu seyn, zu bewerkstelligen, müssen an dessen zwey Mündungen xbschlufs-dämme gelegt werden, welche die Hohe des in der Jahreszeit, in welcher der Durch-stich ausgehoben wird, gewöhnlich zu erwartenden wasserstandes übertreffen müs-sen. Auch mufs in dieser Hinsicht das Terrain in den Mündungen des Durchstichesso lange stehen bleiben, bis der mittlere Theil des Durchstiches ausgegraben ist.Ist der Durchstich vollendet, so wird der obere Abschlufsdamm, wenn der strömseine mittlere Hohe erreicht, und die Leitdämme noch nicht überstiegen hat, durch-gestochen. Der zweyte in der Ausmündung anzulegende Damm dient dazu , dafs dasWasser nicht von unten hinauf trete, und die Arbeit verhindere. Ist die Ausmünduugdes Durchstiches, welche immer zuerst angefangen werden mufs, bey dem niedrig-sten wasserstande ausgehoben, dann läfst man weiter aufwärts einen solchen Dammstehen. Wird aber ein Flufsarm zugebauet, und der ström vermittelst einer zukrib-bung in den Durchstich geworfen, so ist der obere Abschlufsdamm nicht nöthig.
Bey drey Fällen mufs indessen der Ingenieur den Durchstich naeh der ganzenBreite des Flusses ausheben. Der erste Fall tritt ein, wenn der Durchstich in einemsolchen flachen Landesbezirk geführt wird, worin hohe Dämme angelegt werden müs-sen , um von dessen fruchtbaren Theile die Hochgewässer abzuhalten, Zu diesen Däm-men also wird man die Deicherde aus dem Durchstiche nehmen. Der zweyte Fallfindet bey einem so schwachen Strome, der sein neues Bett zu erweitern und zuvertiefen nicht im Stande ist, statt. Der dritte ereignet sich, wenn der Durchsticheinen schifffahrtscanal bilden soll / dessen Breite gegeben ist, und die der Breite derparalleluferigen Bahn entspricht, von diesen drey Fällen hat der erste bey der durchdie pley oberhalb Arnhem Tab. 14. und 15. geführten neuen Yssel, der zweyte beyder neuen und neuesten Brenta im venetianischen Tab. h. , eine Anwendung gefunden.Den dritten Fall würde ich bey den zu schiffbahrmachung des Marchflusses inMähren nothwendig seyenden Durchstichen oder bey der Geradeleitung mehrerer Be-zirke dieses Flusses in Anwendung gebracht haben.
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