2Q3
§. 208. Eine ziveyte rlufscorrection der Isar habe ich bey der Stadt preysingausgeführt (siehe Tab. d.) , wo ich zugleich eine Bogenbrücke von zwey oeffnungen,jede zu 15p schuh erbaute.
Im Jahre 1807 drohte die nach der Richtung i., ii. , m., iv., V. fliefsende Isar,eine nach Erding führende chausse'e anzugreifen, sich bey v. mit dem mosach-Bachezu vereinigen, und selbst auf den niedrigen Theil der Stadt Freysing anzufallen« Ichentwarf daher, nach der Linie x y und vi. u. vn. einen Durchstich, um den Abflufsder Hochgewässer zu beschleunigen. Damit der Strom des neuen Leitcanals von demlinkseitigen ufer abgehalten werde, wurden die Faschinenbauwerke i g; gh; b w; undq t aufgeführt, und dann die Durchstiche x y und vi. vn. , auf eine Breite von 20schuh , bis zum niedrigsten wasserstand ausgehoben. Jetzt liefs ich, um das recht-seitige Widerlager der neuen Brücke fundiren zu können, einen Theil der alten Flufs-bahn iv. von f nach d. und von e. nach b, mit einem raschinenbau abschlicssen, wozu einebey f gelegene kleine Insel den Anfangspunct abgab. So flofs also der ström in zweyenRichtungen, nämlich nach d und nach a, und jetzt wurde, nachdem jener sau am 13,october 1807 geschlossen war, die perpendieukire zukribbung a aufgeführt, und einzweytes werk von b nach w angelegt, Jenseits der oeffnung d liefs ich den großenFaschinendamm d 1 bey d anfangen, und zugleich von o gegen m arbeiten. Im Win-ter 1807 wurde der ström zwischen 1 und m und bey d zugebauet und die dritte zu-schliefsung bey a erhöht. Auch wurden die kleinen Seitenarme bey p zugebauet undin der davor liegenden concave ein perpendiculäres werk aufgeführt.
Ein Hochgewässer hatte aber gleich nach Vollendung des Durchstiches x y densel-ben mit Kies unglücklicher weise zugeworfen, und hieraus entstand ein Anfall des Stro-mes da, wo die perpendiculäre Kribbe r liegt. Die 8 bis 30 Schuh hohen Faschinendäm-me der Flufscorrection (d. i. ihre nöhe von dem Flufsbett angerechnet), haben eine Längevon 4Ö30 Schuh. Sie ist bis jetzt von der befsten Wirkung gewesen, und wenn die zeit-umstände es zulassen, so wird der Durchstich xy wieder eiülfnet, und darin der Strommittelst Faschinenbauwerken eingeleitet werden.
Weiter Flufsaufwärts ist im Jahre 180Q eine perpendiculäre Kribbe xi., zur Er-haltung der Münchener Chaussee aufgeführt. Sie hat in die untere concave eine Kies-bank geworfen, aber dennoch vor ihrem Kopf eine Rinne liegen lassen, welchemit einer zweyten kleinen perpendiculären Kribbe zugebaut worden ist. So ward«also die chausee und viele Grundstücke erhalten.
Mit der rlufsbahn der Isar gieng indefs im Jahre 1810 eine halbe stunde ober-halb der genannten perpendiculären Kribbe xi. eine solche Veränderung vor, dafsder stromstrich, welcher im Jahre 180Q nach der Linie b d e, Fig. 2, Tab. d, flofs,jetzt die Richtung b c hat; wodurch oberhalb jener perpendiculären Kribbe xx. solchewiderströme entstanden sind, die nicht nur allein einen uferabbruch erzeugten, son-dern auch der Flofsfahrt naclilhcilig wurden. Da nun, nach den Grundsätzen des