449
dem nun steenstra dem oben erwähnten Bruningschen Vorschläge manche Mangel auf-geladen hatte, ohne sie hinlänglich erwiesen zu haben, so schlug er vor: l) Diewerke t und z aufzufiihren, und die nade d wieder herzustellen. Zu dessen consi-deratien schrieb Brünings Anmerkungen, und diese beantwortete er wieder. Kurz,die sämmtlichen Raisonnements wurden den Professoren Allemand und van de wyn-persse zur Entscheidung übergeben, und diese stimmten -— für das steenstrascheproject! Im Jahr 1778 wurde es unter steenstra’s Direction ausgeführt, und die■werke t und z bestehen aus Buschwerk, welches mit einer pfahlwand umgeben ist.Sie liegen etwa zwey pufs über die ordinaire Fluth. Zu gleicher zeit liefs er daszickewater von y , mittelst eines mit pfählen umgebenen Buschdammes d abschliefsen.Und dann wurde endlich an mehreren stellen vor Amsterdam mit Moddermasehinengearbeitet, bis auf eine Tiefe von 8 Fufs. Der Modder wurde in das zickewater mitFahrzeugen gefahren. Die ausgebaggerten stellen waren aber bereits 1781 wieder zu-geschlämmt (*).
Beobachtet man nun die Direction der Stromrinne und die Figur des Bettes (inden t. 51; obenstehenden Profilen sichtbar) die Oberfläche oder weite der Bahn, soscheint es gewifs , dafs der Fluthstrom , zwischen den werken t und z eine Bay fin-dend, vor wie nach retardirt wurde, indem er sich ausbreiten konnte, und von dempferde - Eck in die Fläche vor dem Nieuwendammer concaven ufer hineingeleitet wur-de. Der Direction, welche ihm steenstra mit diesen werken, auf die Moderbank hin,geben wollte, konnte er alsp nicht kräftig genug folgen; denn sonst hätte die Ab-nahme dieser Bank noch mehr betragen müssen, als sie betrug, da Redelykheid undGoudrian i. J. 1781 die Tiefen, also den Effect der werke, untersuchten. Die bey-gefügten Profile no. 1. t. 51. legen diesen Effect deutlich vor Augen. Um wie vielgröfser würde aber derselbe nicht seyn, wenn man den ström mehr einengte, undihn directer auf die Bank anleitete ? In dieser Hinsicht wäre also auch das Bruningscheproject zweckmäfsiger gewesen; das werk a a würde nämlich die Fluthmündung desYe’s vertieft haben, indem es des rluthstromes Geschwindigkeit vergrüfsert hätte; unddas Einkürzen des pferde-Ecks würde die Abflächung der platte noch mehr beförderthaben, indem dadurch dem rluthslrom ein südlicher weg angewiesen würde. Dafsaber der von dieser platte abgerissene schlick nicht vor der Stadt hätte liegen bleibenkönnen, wie manche sich einbildeten, diefs zeigt ein Blick auf der Karte; denn wür-de derselbe nicht vom Fluthstrom durch das vertiefte profil beym pferde-Eck geführtworden seyn? Aber auch das werk b b würde dem Ebbestrom eine solche Directiongegeben haben, vermöge welcher die Stromrinne näher der schlickplatte als von demmehr zurückliegenden werke t gebracht worden wäre. Und endlich würde dieser
(*) Aucli noch jetzt werden eine Anzahl Modder- oder Baggermaschinen , wenn ich nicht irre, 12 stück,gebraucht, um vorzüglich die oeflhungen der wasserbäume tief zu halten, damit die schiffe durchkönnen. Es wäre doch auch wohl nöthig gewesen , im t vor Amsterdam die Quantität des Schlickesden das ausgespühlte und den das r- wasser, zur zeit der rluth und zurzeit derEbbe enthält, zu erfahren.
L 1 1