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dieser Mündung selbst für den pampus vortheilhaft zu scyn , weil sie den Ebbestromin ihn directer hineinleitet. Der pampus dürfte indessen noch in nautischer Hin-sicht vermittelst einem werke l m n verbessert, das ist, vertieft werden können; einwerk, das den Strom einschränken, mithin die Tiefe vermehren würde. Sollten in-dessen alle die vorne entworfenen werke auch nach einigen Jahren dem zwecke ent-sprechen, so dürfte es dennoch nöthig seyn, in der ersten zeit die Baggermaschinenfort zu gebrauchen, um nicht nur die oeffnungen, wo die wasserbäume, vor Amster dam in den Einfahrten, liegen, tief zu erhalten, sondern um es selbst dem ström, mit-telst den ausgebaggerten Rinnen, zu erleichtern, dafs er sein Bett vertiefe.
Zum schlufs dieser Materie mufs ich noch bemerken, dafs die Seichtigkeit despampus wasserschiffe nöthig gemacht hat. Wer nämlich in der 41. Kupfertafel indem .pampus nur eine Tiefe von 12 Fufs angedeutet findet, und es weifs, dafs diegrofsen Kriegsschiffe, bey Amsterdam liegend, ohne alle Takelage 14 bis l6 Fufs tiefgehen, der würde die Richtigkeit von der angegebenen Tiefe bezweifeln müssen,wenn er nicht wüfste, dafs die grofsen schiffe durch wasserschiffe, genannt Kamele,flott erhalten werden. Ein Kamel ist wie der Rumpf eines halben platten Schiffes sogebauet, dafs seine innere Seite concav nachdem Bauch des Schiffes, welches überdie untiefen getragen werden soll, abgerundet ist, so dafs zwey Kamele das schiffin ihre Mitte nehmen können. Sie werden alsdann nach Mafsgabe der oröfse deszu transportirenden Schiffes mit wasser durch Trichter, in den Boden hineingehend, diemit kupfernen stöpseln versehen sind, angefüllt, und in jeglichem Kamel ist eitfMaafsstab befestigt, nach welchem man sich bey der Füllung, wie gesagt, nach der Grüfsedes Schiffes richtet. Alsdann werden die zwo Kamele an das schiff vermittelst Taue befestigt,und nun werden sie durch eine Anzahl von pumpen (die mittelmäfsigen haben 38 Stück)geleert, so wie die geleerten Kamele emporsteigen, geht das schiff mit in die nöhe.Solche Kamele haben die Holländer von verschiedener Gröfse. Als ich im August 1798in Amsterdam war, wurde ein grofses neues Kriegsschiff, zwischen zWey neuen Kame-len gröfster Gattung, nach dem Eylande urk transportirt, von wo an das Fahrwasserbis zum Marsdiep hinreichende Tiefe hat.
§. 2Q2. Ueber die Verbesserung der Fahrbarkeit des Innern- oder westlicheny Stromes (t. 41.) hat die Academie der Wissenschaften zu Harlem, welche mit pa-triotischem Eifer den hydrotechnischen 1 zustand des Vaterlandes beherzigt, eine Preis-frage aufgegeben. Es wird darin gefragt: l) Ob auch bey Ebbe- und rluthströmenin den engsten Profilen die gröbsten untiefen statt finden müfsten etc. und 2 ) ob dieFahrbarkeit des re’es zwischen Amsterdam und spaarndam durch eine regelm'äfsigeBeengung verbessert werden konnte ? Diese Preisfrage hat Brünings in dem 24. Theilder Abhandlungen der Gesellschaft beantwortet. Es wird also wohl ohne zweifei hierdas zweckmäfsigste seyn, dafs ich aus dieser Beantwortung dasjenige ausziehe, wasauf den rubricirten Gegenstand eine directe Beziehung hat. Der verf. will den
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