Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
513
JPEG-Download
 

513

sclielling nach des vlie’s Mündung; es führen also die zwo seemündungen — vlie_und Marsdiep — das wasser der südersee aus, und so entsteht Ebbe vor dem fries-ländischen Gestade, wenn es gleich noch vor dem Amelander-Gat fluthet. Vor denrunftheils - Deichen hat demnach die Ebbe die Direction von Nor dosten nach sdd-westen , und zwar bis dahin, wo sie wieder von dem vliestrom angezogen wird,das etwa gegen Makkum geschieht. Es scheint übrigens nur zu gewifs zu seyn, dafsdie wassermenge des in das Amelander - Gat einfliefsenden vorfluthstromes gegen die■wassermenge der in das vlie einziehenden Nachfluthen geringe seyn mufs, weil dieseeine ueberwucht über jene hat, das ist, davon zuriiekgestauet wird. Aus diesemKampf der zwo ströme läfst es sich also auch gut erklären, wefswegen die i-luth längsHaarlingen langsam sich bewegt, und olle diejenigen werke, welche nordöstlich Ropta-zyl auf die Fluth liegen, eine gröfsere Anschlickung und Ansandung bewirken, alsdie auf der Ebbe liegenden. Mit dieser Erklärung stimmt auch die Erfahrung, wel-che sich ein gewisser Herr schmit — Schrift no. 2. p. 27. s. s. 511. — erworben hatte,denn er wollte die HÖfter in nördlicher Richtung, auf dreyfsig Ruthen Abstand , acht Ru-then lang, gelegt haben. Doch an dieser Bestimmung würde sich noch gar manchesaussetzen lassen, weil es vortheilhaft ist, alle seeuferbauwerke , ohne Ausnahme , wennsie blofs das cf er beschützen und erhalten sollen , perpehdiculär auf die Richtung derFluth und Ebbe zu legen. S. s. 4Ö4.

Die Anschlickungen längs den rünftheils-Deichen — welche vom vom ZüricherOrt, x. 55«, bis nördlich Ropta-zyl , das ist bis zum Nummernstein 2Q, am Innern-,»eich nicht beträchtlich sind, und aus schlick; vom stein no. 2Q an aber, an derOberfläche, aus seesand bestehen—beweisen es abermals, dafs aus der Vermischungdes süfsen wassers, welches von den auswässernden schleusen in Haarlingen und demRopta-zyl in die südersee geführt ist, mit dem seewasser, ein Niederschlag entbunden wirdDenn so viel ist klar, dafs aus denen mit einer geringen Geschwindigkeit fliessendencanälen nur eine unbedeutende Quantität Modder ausgeführt wird, welcher sich gleichbey den haarlinger Hafenhöftern niedergelegt, und die Anschlickung nicht hervorbrin-gen kann. Wie die Fluth eine gröfsere Quantität schlick zu Boden fallen läfst alsdie Ebbe, ist auch zu erklären; denn, während die schleusen bey der Ebbe auswäs-sern , vermischt sich das süfse wasser mit dem seewasser noch nicht innig genug,sodald aber die Fluth aufrollt, ist schon diese Mischung stärker bewirkt, und sokann der Bodensatz, während dem Stillstände des wassers, niedersinken. Auf keineandere Art scheint mir diese Aufschlickung erklärt werden zu können. Eine ähnlicheBeschaffenheit findet bey Makkum, workum, Hindelopen und Stavern statt, von woab das gemischte wasser auch an der südlichen Seite von vlieland und xerschelling,t. 45. und 55, einen schlick daselbst niederlegt, wo die Wasserfläche gegen Seewindegedeckt ist, und nur langsam sich bewegt (*). Je näher man aber dem Amelander-

C) Es ist mir sehr wahrscheinlich, dafs die wellen Uber eine Schlichplane nicht mit solcher oeyvftlt ge-

I t t