Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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fclder schieben sich dann bis zu einer Hohe von 10 bis 12 Fufs aufeinander, reisseiidie locker gewordene Grünschwarte ab, und erleichtern es so dem wellenschlage, dielocker gemachten ufer abzuschälen; auf diese weise werden alle, die dem herrschen-den winde entgegenstehenden ufer, nach dem Maase ihrer cohäsion, mehr oder we-niger abnehmen müssen; daher die grofse Abnahme derer, welche nach osten undNorden liegen (t. 41 ). Eine Ursache von der Zunahme des Haarlemmer- Meeres an-derer Art besteht darin: dafs in des Meeres Nähe eine Menge von Torfstechereyen(veenen) liegen, von denen mehrere nur durch schmale Däinmchen von ihm getrenntwaren. Wenn dann dieselben durchbrachen, so wurden die veenplätze mit dem Mee-re vereinigt. Zweitens hat man nicht nur zur Urbarmachung der Ländereyen dieVeen - und nalcherde weggeführt, »sondern auch zur Aufführung und Unterhaltung dernadeiche, die dazu dienen, jeden Polder und wasserplatz (*) unter sich und vondem Meere abzusondern. Drittens wird dem Meerufer durch das Ausstechen desmit Rohr fest bewachsenen ufers (der Rietkraagen) seine natürliche Festigkeit benom-men. Ja, dieses Rohr auf den ufern und den binnen 'Wasserplätzen (binnen rlatsen)wachsend, ist eine starke vertheidigung gegen den Anschlag des Wassers, gegen dieBrandung der wellen und gegen den Andrang der Eisfelder. Viertens hat man, demausdrücklichen verbothe der Staaten, und denen auf den wasserstaat Rheinlands Be-ziehung habenden Beschlüssen (keuren van Rheinland) zuwieder, von dem Fufse desMeerufers Torferde ausgebaggert, und so das ufer selbst unterhöhlt; ja, aus denFolgen läfst sich schliefsen : dafs dieses letztere zur Nachtszeit geschehen ist.

Erwägt man nun die grofse Zunahme des Haarlemmer Meeres, so ist es nichtzu verwundern, dafs die Direction des Wasserbaues von Rheinland (hoogheepiraad-schap van Rbynland); dafs das ehemalige Gouvernement von der Provinz Holland*alle Mittel aufzubiethen suchten, um ihr Gränzen zu setzen, insbesondere da das Meernur mit kleinen Dämmen von den angränzenden — zu Amstelland und dem Stift Ut-recht gehörigen veen - platzen abgeschlossen war. Wäre die Vereinigung des Haarlemmer-Meeres und dieser Plätze vor sich gegangen, so würden nicht nur die Busen von Rhein-land und Amstelland, die jetzt von einander abgeschlossen sind, vereinigt wordenseyn, sondern es wäre auch eine totale Veränderung in dem wasserstaat dieser bey-den wasserbezirke (waterschaapen) entstanden; ja die Amstel und andere schiffbarencanäle würden, zum gröfsten Nachtheil der Schifffahrt und des Handels, mit demHaarlemmer Meer vereinigt seyn.

Insofern die Eindeichung und Austrocknung des Haarlemmer-Meeres ohne zweifeidas sicherste Mittel gewesen seyn würde, allen diesen Übeln Folgen zu begegnen; so

(*) Pias oder aSSerplatz , nennt man in Holland ein von Torf ausgegrabener und wieder mit negen-

und ninuenwasser angefüliter Bezirk. Solche Wasserplätze werden durch Schöpfmaschinen wiederausgetrockuet, und ich werde von deren Austrocknung im Jten Bande handeln; wo sie dann Dioog-makereyen (Austrocknungen) heifsen.