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wie mehrere seedeiche beschrieben, weil die Darstellung des Locals und die Materiemich darauf führte, die ich zerissen haben würde, wenn ich mich nicht zugleichüber die rage und construclion der seedeiche verbreitet hätte. Eben diese Rücksich-ten machten es nothwendig : erst in der Hafenbaukunde die Erbauung der Meer- undHafendamme zu lehren, und die wichtigsten vorhandenen Anlagen der Art zu beschrei-ben. Diefs sind die Ursachen , dafs die Deichbaukunde in diesem werke kürzer ge-fafst werden konnte, als es gewöhnlich von andern Schriftstellern geschehen ist.
$. 2. Selten wird auch der Deiehbaumeister in den Fall kommen, seine Deicheohne alle Rücksicht auf das seeufer, auf den Lauf der Flüsse, oder auch, ohne ufer-bauwerke, anzülegen. Ja, er wird sogar öfters genöthigt seyn, die Deiche dem viernahe zu rücken, wenn nähmlich: a) die Deichlinie viele und starke Einbiegungen voneiner Zurücksetzung des Deiches vom ufer erhielte; b) der Deich landwärts auf einemmorastigen, oder wenig festen Grund zu liegen kommen müfste; c) oder wenn derneich nahe an das ufer gelegt, auf die correction des Flusses und dem schnellen Fort-gang des Eises, kräftiger so wie zweckmäfsiger, (mittelst Einschränkung des Stromes)wirken könnte, als wenn man ihn vom ufer entfernte; d) auch wenn endlich der Deicheine Stadt, ein Dorf, einzelne Häuser oder auch von einem fruchtbaren Landesbezirkdas hohe wasser und den Eisgang abhalten soll. In solchen und ähnlichen Fällen kannder Deichbaumeister genöthiget werden, den nahe an das ufer gelegten Deich zu be-schützen, mittelst uferbauwerke oder vorbaue. Ja! es giebt auch Eeyspiele genug,wo solche vfer- oder sehartdeiche mit kostbaren Bauwerken, gegen den Eisgang, denWellenschlag, so wie auch gegen den Anfall des Stromes gedeckt werden müssen.Die vorzüglichsten solcher Deiche, welche ich kenne, sind folgende: l) Die seedeicheam Helder , s. s. 4QQ; 2) der seedeich bey petten s. s. 48Ö; 3) der seedeich beys Gravensande s. s. 484; 4) die Friesischen seedeiche s. S. 510; 5) die Deiche bey Goede-rede s. s. 50Q; 6) die seedeiche bey Blankenberg in Flandern s. S. 527; 7) bey west-cappel auf dem Eylande w r alcliern s. s. 524; 8) einige Deiche auf der Insel Texel undlängs dem Nordholländischen Gestade s. s. 501 ; 9 ) die Deiche bey cuxbafen s. s. 540 j10) der seedeich bey ostende s. s. 528; ll) die Murazzi oder seedeiche auf der In-selreihe ohnweit Venedig s. s. 552; und endlich eine zahllose Menge von Flufsdeichen,die unmittelbar am ufer der Flüsse liegen. Ja, ich bin selbst oft in dem Fall gewe-sen 5 solche Schartdeiche zu conserviren, und einige alte Deiche (hydrotechnischerRücksichten wegen) den Flüssen näher zu rücken.
$• 3. Wenn daher die Anlage der Deiche oder der Deichbau eine vollständigeKenntnifs des Flufsbaues und seeuferbaues erheischt, wie es schon die Rücksicht aufschartdeiche xxnd auf die Auswahl von der Richtung der Deiche beweist, so ist eswohl nur zu gewifs: 1 ) dafs der Deichbaumeister auch den Flufs- und seeuferbau sowie die Kunst, schleusen atizulegen, verstehen müsse, 2) dafs vom Local genaue hy-drotechnische Karten zu verfertigen sind; ja, dafs man sowohl von den wasserhöhen',