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mit zwey und siebenzlg Hauptüberschwemmungcn, die von den Döichbrüchen SeinerSee - und Flufsdeiche entstanden sind, heimgesucht. Viele tausend Menschen verlo-ren , mit den Früchten ihres Fleifses, ihr Leben in den Fluthen. Der von der weih-nachtsfluth vom Jahre 1717 verursachte schaden kann auf einige hundert MillionenGulden angeschlagen werden ; blos im Herzogthum Oldenburg ertranken 2500 Men-schen und 573 Häuser wurden von der Fluth verschlungen. Die Erfahrung — vonder Nothwendigkeit erzeugt — hat den Deichbau entstehen gemacht. Aber wie konn-te man es darin zu einem gewissen Grade von Vollkommenheit bringen, so lange mannicht die verschiedenen Rücksichten, auf die es dabey ankömmt, zu achten wufste ? Manhat sich so lange bey einer solchen stärke und Hohe der Deiche beruhigt, welcheman nach blofsen Muthmassungen bestimmte. Wenn aber diese Mutbmassung trog,die Fluth, die zu niedrigen Dämme überstieg, oder die zu schwachen Dämme durch-brach, so sähe man diefs für ausserordentliche Naturbegebenheiten, oder wohl garfür Strafgerichte Gottes an. In welchem zeitpuncte man zuerst die Flufs - Deiche inden Niederlanden anlegte, ist nicht bekannt! Eben so wenig habe ich die geringstenNachrichten davon auffinden können, um Velsens Meinung (Rivierk, verh. bl. 10Q.) zubestättigen; dafs die alten Bewohner der Länder zwischen der Maas und dem altenRheine , schon vor der cymbrischen wasserfluth, wenigstens sommerdämme, längs die-sen rlüssen sollten angelegt haben. Dafs zu den Zeiten der Römer schon angefangenwurde, dem Meere und den Eliissen feste Grenzen zu setzen, ist wohl gewifs, unddie (s. 337.) angeführten nrusi-moles sind davon ein Beyspiel. Auch scheinen nochhier und da alte Erd wälle, ueberbleibsel einiger Deiche zu seyn, deren Alter man nicht an-zugeben weifs, und die vielleicht ein werk dieses frühe cultivirten Volkes sind. Sol-che Deiche sind z. b. der Beetsche - zeedyk , de oud- zeedyk bey culenburg, und derhooge en laage zeedyk, welcher von Gellicum der ringe hin ab, und nach der waalbey rierwynen hingeht (r. 2Q., 3Ö und 39). Bestimmte Nachrichten habe ich indefshierüber nirgends auffinden können; ja selbst auch von spätem grofsen Deichanlagensind fast wenige Nachrichten aufbewahrt. Dafs die hauptsächlichsten Bedeichungenaber vor dieser Epoche (der cymbrischen Fluth) schon vorgefallen sind, ist ausgemacht:denn im Anfänge des dreyzehnten Jahrhunderts liefs Graf Florenz iv. einen alten kostbarenDamm, von Ameronongen bis Schoonhoven , längs dem Rhein und heck (t. 35. und 39-)*erhöhen, (wagenaars vaderl. Hist. 1 , D. b. 8).
Ja ! Rheinland (t. 41.), der gröfste xheil des süder - Quartiers von Holland , daswestwärts an die Nord-see, nordwärts an das Kennemerland , in osten an das Am -stelland , an die rrovinz vtrecht und an die rräterschap - jroerden , und zum Südenan velßand und schieland grenzt, war wenigstens schon vor 1253 bedeicht: dennvon diesem Jahre findet sich bereits eine alte urkunde vom Könige Wilhelm II. , wo-rin die noogheemraadschap von Rynland (ein Deich - Collegium) erwähnt wird (*).
(*) Tegenw. Staat Deel, vi, und rn.