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zur Ebennung des Grundes. Was nun die Aufführung mancher der genannten Gebäu-de anbetrifft, so gehört sie nicht directe zu meinem zweck, und man kann sich dar-über in den werken der Baukunst Raths erholen. Kennt indessen der Ingenieur ihreEinrichtung und Bestimmung; hat er die Architectur zu seinem Studium gemacht, wieer sie denn dazu machen sollte; weifs er schleusen - und Hafendämme, schiffsdockenund Brücken zu bauen; so wird er auch alle diese Gebäude zweckmäfsig aufführenkönnen, wenn er sich einem reinen Geschmack erworben hat.
II. Grundsätze und Maximen des Hafenbaues.
§. 8. Obgleich ein vollkommener Seehafen leider nur ein Ideal ist, dem sichder Ingenieur soviel, als möglich, nähern mufs , und das, wie wir aus der Beschrei-bung der Seehäfen sehen werden, nirgends angetroffen wird: so mufs doch die Ha-fenbaukunde, die Eigenschaften eines vollkommenen see - nafens aufstellen. In derahat werden auch diese Grundsätze von der jedesmaligen Localbeschaffenheit modlfi-cirt, und dabey manche vorfeichtsmaafsregeln Vorkommen, der man sich bey der Aus-übung , soviel als möglich, nähern mufs, und welche zur Ansicht des Lesers zubringen sind. Alles dasjenige, was ich also hier, als solche Maafsregeln, auf denender angehende Hafenbaumeister zu achten haben wird, aufstelle, ist mir aus der örtlichenBekanntschaft mit den Häfen Frankreichs und Hollands entstanden. Gerade diese Län-der sind es auch, die viele von der Kunst angelegte — zum Theil musterhafte —Häfen besitzen. England hat nur zwey, mit Hülfe der Hafenbaukunde angelegte See-häfen, nämlich Ramsgate und Liverpool , und in diesen sind auch Bassins und schiffs-docken ausgegraben; der letztere ist verbessert, jener aber ist blofs ein werk derKunst. Coppenhagen, cronstadt und caracca bey cadix, können wir gleichfalls alskünstliche Häfen betrachten, vorzüglich die erstem. In Italien sind civita-vecchia,Livorno und Venedig von der Kunst angelegte näfen. Das sind also nur wenigekiinsliche Häfen gegen die Anzahl derer, die in Frankreich und Holland angelegtsind, und die wir in der Folge näher kennen lernen. Der Ingenieur, welcher dem-nach, wie ich, die vorzüglichsten Häfen dieser beyden Länder gesehen hat, mit dengenauesten planen in der Hand, und mit der Geschichte ihrer Erbauung bekannt ist,der wird sich eine nicht unbedeutende Kenntnifs vom Hafenbau erwerben. Nach die-ser Bemerkung komme ich zu den Grundsätzen selbst.
§. Q. Ein guter Hafen mufs so wie seine Bassins, zur Aufnahme einer beträcht-lichen Kaujfarthey - und nriegsßotte a) geräumig; b) tief genug; auch c) gegenein feindliches Bombardement, welches von einer Flotte aus geschehen könnte, voll-kommen gesichert seyn. ad a) Was den Raum, den die Häfen und Bassins habensollten, betrifft, so bemerke ich folgendes: Insofern der wesentlichste zweck eines Hafensdarin besteht, dafs er den Schiffen eine vollkommene Sicherheit gewährt und dessenWasserfläche nicht von den wogen heftig bewegt wird, damit die schiffe nicht gegen-einander geworfen werden; so ist es zweckmäfsig, ihm seine, gröfste Ausdehnung seit-