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$. 1Ö.- Da wo die Hafenstrassen von einem durch schleusen hervorgehrachten spühl-Strom gereinigt, oder tief erhalten werden, mufs man sie nach dem Meere zu enger machen,wodurch auch der zweck erreicht wird, dafs die in die Hafenstrasse hinein rollendenwellen, je näher sie dem eigentlichen nafen kommen, dadurch niedriger und kraft-loser werden, dafs sie aus engern Profilen in weitere übertreten; umgekehrt mufsaber die Wirkung seyn, wenn die wellen aus weitern Profilen in engere über-gehen s. s. 31-
Was nun die Bestimmung der Lage von der spühlschleuse oder ihrer Entfernungvon des Hafens Mündung anbetrifft, so hängt dieselbe ab: 1 ) Von der Art des Ma-terials, welches fortgeschwemmt werden soll; 2 ) von der Hohe, zu welcher der spiihl-busen mit wasser angefüllt wird; 3 ) von der wassermenge, die er falst; 4 ) von derGröfse der oeffnung (von der weite der spühlschleuse), und endlich, von der Figur,d. i. (von der Enge und Breite) der Hafenstrasse selbst. Ist z. b. der spühlbusen grofs,und die Wasserspannung hoch, so kann man die spühlschleuse, bey sonst gleicherGröfse und xenacität des fortzuspiihlenden Materials, von der Mündung der Hafenstrasseweiter entfernen, als im entgegengesetzten Fall. Wenn man einige Erfahrungen,über die Wirkungen des spühlstromes, die in den Häfen der Normandie , gemachtsind, annimmt, so erhalten wir folgende Resultate: beym Kiesel, und wo es zwölfFufs hoch fluthet, und der spühlbusen so grofs ist, dafs während zwey stunden ge-spühlt werden kann, auch die schleusenweite nicht über j kleiner als das profil desCanals ist, wenn, sage ich, diese umstände eintreten: so sollte die schleuse von derHafenmündung nur 1Ö00 rufs entfernt seyn; beym sande aber 5000 Fufs, beym schlickweniger, und mehr beym Kiesel, wenn der Strom ziemlich stark ist. Es sind freylichnur eine geringe Anzahl von Erfahrungen, auf denen ich diese Bestimmungen gründe,und die ich bey der spühlung der französischen Häfen angetroffen habe. IndessenWare zu wünschen, dafs man Beobachtungen anstellte: über die Geschwindigkeit desspühlstromes, wie grofs diese seyn müsse, um den Strandkiesel u. dgh Material aufdiese und jene Entfernung fortzureissen. Endlich wird man die spühlschleuse, wennes möglich ist, in den chenal selbst anlegen, wie zu schiedam x. 31.; alsdann^mufsaber die schleuse zur Kammerschleuse eingerichtet seyn. Wenigstens sollte die Spühl-schleuse in langen Hafenstrassen selbst liegen, denn über 5500 Fufs, von der Schleuse,möchte der spiihlstrom selbst auf dem sande , nicht mehr stark wirken, wie ich inden Beschreibungen der Häfen noch näher zeige. Die spühlbusen können nicht nurgelegt werden, wo Ebbe und Fluth ist, sondern auch da, wo durch die Hafenstrasseoder in deren Nähe ein Flufs läuft, der seiner ufer wegen, vier schuh und höher,auf eine spühlzeit, geschwellt werden kann. Auch mit Hülfe der Schöpfmaschinen,insbesondere der Dampfmaschine , können Spühlbusen gefüllt werden. Es giebt daherfast keine Hafenstrasse, die man nicht mittelst spühlschleusen reinigen oder vertiefen
k kkk
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