Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
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Solche Häfen müssen des bequemen Verkehrs wegen mehrere Eingänge haben,wie der Hafen zu Amsterdamm; zur Nachtzeit aber verschliefst man dieselben mittelsteines schwimmenden Balkens, säum genannt. Das -Weitere über die Anlagen der ilufs-häfen kömmt im folgenden Abschnitt vor.

§. 18. Die Grundsätze, nach denen die Seehäfen und Meerdämme angelegt wer-den müssen, bestehen in Kurzem darin: l) Lege man die Hafendämme, folglich dieMündung der Hafenstrasse, ins Meer, damit, auch bey der Ebbe, die wassertiefe hin-reichend sey, um mit denen den Hafen frequentirenden Schiffen, einlaufen zu kön-nen. Dieser Grundsatz wird jedoch nur in dem Fall einer wirklichen Anwendungfähig seyn, wenn der Hafen, selbst bey der Ebbe, die nöthige Tiefe hat; denn alsdannliegen in mehreren Häfen am canal die schiffe auf des Hafens Bett auf. Die Führungder Hafendämme ins Meer hinein, müfste sonach, in einem solchen Fall, nichtallein nicht vortheilhaft, sondern sogar nachtheilig seyn, weil sie die Hafendämme,mittelst ihrer überflüssigen ränge, dem Angriffe des Meeres, aussetzte, und dasohne Noth.

2) Die Länge der Hafendämme ist ferner abhängig von der Direction der Hafen-strasse, die sie mit der Direction des herrschenden Seewindes macht. Je spitzer der

Winkel ist, unter den diese nirectionen zusammen treffen, desto stärker ist die Ge-

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walt derer in die Hafenstrasse einrollenden und fluthenden wellen, womit sie auchin den Hafen selbst einlaufen, den Sand und Kiesel fortwälzen, desto länger mufsalso die Hafenstrasse seyn; folglich mufs dieser winkel so stumpf als möglich gemachtwerden, wenn anders Localumstände es zulassen.

3) Derjenige der beyden Hafendämme, auf welchen der Fluthstrom zuerst an-rollt, also diesen nicht nur auffängt, sondern auch die Strandkiesel, der mufs weiterals der gegenüberstehende ins Meer gehen. Dieser mag also der untere - jener derobere-Hafendamm heifsen. Aber auch nicht zu weit darf der obere- vor dem un-tern -Damm hervortreten; denn da erhielte die Mündung eine zu grofse weite, wiez. b. die von Havre. Es müfste alsdann in ihr ein widerstrom, von der um denObern - Hafendamm timlaufenden iluth, entstehen, welcher nicht nur für das Ein - undAuslaufen der schiffe nachtheilig ist, sondern der auch die Kiesel in die Mündung,ja in die Hafenstrasse selbst, hineinwirbelt und aufbringt. Aber solche Kieselbankwürde in der Mündung, die Wirkung des spiihlstroms schwächen, weil sie ihn re-tardirt. Der Hafeningenieur mufs daher nicht nur die Wirkung des spiihlstromes,sondern auch die Beschaffenheit des nodens, von der Hafenstrasse und dem strande,die riefen längs der KÜste, und die Richtung, so wie die stärke des Ebbe- und Fluth-stromes kennen, ehe er die Anlage eines Hafens und der Hafenstrasse entwirft. ImAllgemeinen werde der untere - Hafendamm, um die Gröfse der Mündung, eingezogenoder kürzer wie der obere; alsdann werden die Schiffe mit Bequemlichkeit in den Ha-fen einlaufen und laviren, Es sey die Breite der Mündung von der Hafenstrasse =3 ab