Rhede an einigen stellen bey der Ebbe nicht tief genug; b) läuft die Bank von Atnfardwährend den springzeiten trocken; auch ist sie sehr veränderlich; c) die Bank vonmutier, welche bey der Ebbe trocken läuft, und die sank von rourville, von denLootsen Bane au soeuf (s. t. 59 .) genannt, machen die Fahrt xnifslich. *) d) Ist dieEinfahrt in die Hafenstrasse von Havre bey hartem winde gefährlich, weil vor der-selben (wie gesagt) ein grofser widerstrom umläuft. Derselbe hat etwa eine Ge-schwindigkeit von 2,5 Fufs in der secunde, und zwar bey der Flnth und vor demsüdlichen ufer. Es ist daher sehr heschwerlich, in die Hafenstrasse bey stürmischemwetter einzulaufen.
2) Die nhede vor Havre wird von dem äufsersten Th eile der seincmündung ge-bildet. Sie ist getheilt in die grofse und kleine Rhede , s. die Harte Tab. 5 9 . **) zum
*) Di 9 Übrigen tmtiefen, welche in der Seiaemündung liegen, sind zu veränderlich, als dafs sie auf derKarte mit Contouren bezeichnet werden könnten. Auch kann die Seine der Seichtigkeit wegen, nurbis Honßeur mit Seeschiffen befahren werden, ungeachtet sie oberhalb Qitilleftoeuf ein hinreichend tie-fes Fahrwasser hat Also ist ihr Bett zwischen diesen beyden Städten zu hoch. Wenn gleich dieserZustand der Seinemündung — so äusserst nachtheilig für die Schifffahrt — nicht dhecte zunv Hafen-bau gehört, so hat er doch auf den Hafen von Havre Beziehung; denn wie viel stärker würde der-selbe nicht besucht werden, wenn die Seeschiffe bis Rouen die Seine hinauf befahren könnten? Dadiese Seichtigkeit des Flusses zwischen Jtonßeuv und Quilleboeuß ein gvofses Hiudernifs für die Schiff-fahrt ist, so wird in dieser Note eine Anzeige derjenigen Vorschläge, welche gemacht worden sind, um1 diesen Strombezirk zu verbessern, an ihrem Orte stehen. Die ehemalige Academie zu Rouen warnämlich so patriotisch, Preisfragen über die Verbesserung der Seine zu geben, und aus den Schriftenderselben habe ich folgendes gezogen. In einem Memoire wird vorgeschlagen, einen Steindamm vonVillequier, wo die Erhöhung des Bettes anhebt, in der Seine, bis zur Mündung aufzufüliren, umdie Strommasse einzuschvänken, ihr also ein gröfseres Vermögen zu geben, und so das Bett zu ver-tiefen. Ein anderes will die Sandbänke der Seine mit dem festen rande verbinden, und auf dieseWeise sollte gleichfalls das Bett eingeschränkt werden. Wenn man aber bedenkt, dafs die Oröfseder Mimdung bey Ebbe - und Fluthströmen einen wesentlichen Einfiufs auf dir Stärke des Strömethat ( j. b. S. 115.), so kann hier das letztere Mittel unmöglich einen günstigen Erfolg versprechen.
In der Anwendung von Kunstmitteln auf diesen Flufsbezirk ist man , auch bis jetzt ganz unschlüs-sig, und ich bin nach demjenigen zu urtheilen, was ich in Frankreich über den schlechten nauti-schen Zustand der Seine unter Rouen gehört habe, vollkommen überzeugt, dafs man den rlnfs nochnicht hydrometrisch untersucht hat, also auch unmöglich zweckmäßige Vorschläge machen kann. Ue*berhaupt sollten Academien nie solche Gegenstände zu Preisfragen bestimmen , welche weitläuftige lo-cal Untersuchungen, die nicht Sache des Privatmanns sind, erfordern, oder sie müßten dann die La*caldata bekannt gemacht haben. Jetzt sieht man nun den nautischen Zustand der untern Seine fürunheilbar au, und hat deswegen die Ziehung eines schiffbaren Canals, längs derselben, vorgesclilagen.Er soll von Villequier nach Harfleur gehen. Da die Schifffahrt auf einem plusse, wenn sie sehr fre-quent ist, doch einer Canalfahrt vorzuzieheu ist, insbesondere, wenn die Waaren in kleinere Schiffeumgeladen werden sollen; die Wasserbaukunde aber Mittel enthält, grofse Versandungen fortzuschaffen,und die Seine zwischen Havre und Honfleut eine grefse Weite hat, so bin ich der Meinung, dafsdie Seine sich Verbessern läßt, und verbessert werden sollte. Um darüber aber ein bestimmtes ur-theil äussern zu können, mufste eine Stromkarte und hydrotechniseke Messungen vor mir liegen, diejetzt noch fehlen,
**) Die Anker, welche auf dieser Karte verzeichnet sind, zeigen die Ankerplätze. Diejenigen, welchezwey Klauen oder Flügel (pattes) haben, deuten den guten Ankergrund, diejenigen aber, welchevier Flügel haben, zeigen den schlechten Ankergrund oder solche Plätze, auf denen man nur imRothfalle ankern, und einige rluthperioden abwarten kann.