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Wiewohl eins aus vielen Patriziern zusammengesetzte Commission im xvi. Jahr-hundert sich über die Verbesserung der nagOnen bcrathschlagte, so geschah dennochwenig; ja, man steuerte nicht den Fischern und den Besitzern einiger Inseln, dieBeförderung der Anschwemmungen durch pfahlwerke, in den der Republik zugehöri-gen Lagunen. Diese Arbeiten bewirkten den vortheil der Reichen, die man deswe-gen auch in Venedig , wie fast überall, vergeblich angriff. Das Gemeinwesen, dessenRechte mit Nachdruck vertreten werden sollten, mufste endlich dem Egoismus und vordem xheile des Privatmannes weichen. Es kaufte den privaten, die von ihnen inden Lagunen sich ganz wilikiilulich zu Nutze gemachten Besitzungen ab, so dafsalso gegenwärtig die sämmllichen Lagunen ein Eigenthum des Aerars sind. Von denalten pfahlwerken liefs man blofs diejenigun, welche die wasserfahrten bezeichneten,und es wurden einige verständige Verordnungen über das Reinhalten der canäle inVenedig u. s. w. gemacht.
Von den altern Vorschlägen, zur Beschützung der Lagunen, verdienen folgendeangeführt zu werden, w T enn sie gleich, nach meiner ueberzeugung, nicht ausführbarsind. Im Jahr 15Ö0 schlug der Mathematiker canaro vor, längs dem Meere einenneich auf den Inseln nidi anzulegen und einen einzigen canal durch die Lagunenzu graben, denselben in zwey Dämme einschliefsen und den übrigen Theil der Lagu-nen verlanden zu lassen. Nach rrascataro sollten alle Flüsse und Bäche in ein ein-ziges Bett vereinigt werden , und nur die Hauptöffnungen und ein gröfses Wasserbe-cken sollten bleiben. Wenn inan aber in Erwägung zieht, dafs die vielen canäle,womit Venedig durchschnitten ist, und die es zu einer Inselstadt machen, sich ver-landen würden, sobald darin nicht eine Bewegung des Fluth- und Ebbestroms erhal-ten würde, dafs Venedig , dieser Strömung beraubt, zu dem ungesundesten orte derweit werden müfste, und in wenigen Jahren nicht mehr bewohnbar wäre, so kannman solchen Vorschlägen kein Gehör geben. Die Verbesserung der Häfen und was-serstrafsen bey Venedig müssen vielmehr zweyen wesentlichen Bedingungen vollkommenentsprechen, l) Es mufs nämlich aus den seemündungen eine solche wassermassein die Lagunen einströmen, die während den riuthperioden Venedig selbst nicht un-ter wasser setzt, dennoch so grofs sey, dafs ihre Rückkehr ins Meer, während denEbben, eine solche Strömung hervorbringe, welche die stoffen aus den Kanälen fort-schwemmen, mithin die Anschlämmung der letztem verhindern könne. Wer mit sei-nem Entwürfe diesen Bedingungen entsprechen will, der wird auf folgendes Rücksichtzu nehmen haben, l) Da der Nordostwind ( Greco ), als der herrschende Sturmwinddie Materialien von Istrien , längs den Lidi bringt, so müssen demselben werke ent-gegengesetzt werden, welche diesen Materialien den Eingang in die seemündungender Lagunen und in die Häfen von Venedig versperren. Es sind daher an denselben,HÖfter (ins Meer gehende werke) anzulegen, die diesem Entzweck entsprechen. Die-selben leiden von diesem winde nicht sehr viel, weil die von ihm getriebenen wo-