112
fen, * von diesen und § von jenem. Mit diesem material wurde auch die Böschung,die zwey Fufs Ausladung erhielt, formirt. Es ist eine wesentliche Vorsicht, dieman bey dergleichen werken nie versäumen sollte, dafs man sie nämlich nach undnach gänzlich vollenden mufs, d. i. l) dafs man nicht mit den pfählen zu weit ge-gen das Meer rückt, . ohne die Ausfüllung beendigt zu haben, und 2) dafs der eineiramm einer Hafenstrafse vor dem andern nicht zu weit vorausgerückt werde, er seydann gänzlich vollendet, und zwar mit der gehörigen Festigkeit und Böschung. Obman gleich die erstere Maafsregel befolgt hatte,' so war man doch von der zweytenabgewichen; es war der südliche Damm unvollendet und weiter i ns Meer als dernördliche geführt worden. Die Folgen waren aber auch sehr ungünstig, denn derso vorspringende Theil des Dammes wurde von einer sturmfluth schon stark beschä-digt, da er weder ausgefüllt, noch ausgemauert war.
Die weitere Aufführung der Dämme geschah nun folgender Massen! Nachdemdas Meer die Steinschüttung gerüttelt und geebnet hatte, wurde der Raum zwischenden Grundpfählen, einige schuh hoch, mit Bruchsteinen und Mörtel aufgemauert.Auf diese schichte legte man die schwellen a b, nach der Queere, und liefs Sie vierzoll tief in die Grundpfähle ein. Dann wurden oben so viele Reihen Gurtungen d,der Länge nach, gelegt, als Reihen Grundpfähle standen; jene wurden in diese zweyzoll tief eingelassen und beyde mittelst spliefsbolzen fester miteinander verbunden.Jetz wurden alle Fächer, zwey schuh über die Gurtungen hinauf, ausgemauert,S. Fig. 2. bey b ; vor der äufsern vfahlreihe grofse Steine f im verband, gelegt, undmit eisernen Klammern untereinander verbunden, die dann mit dem steinwall einefortlaufende Böschung ausmachten. Anfänglich wurden auf diesen Steinen eichenePlanken gelegt, und darauf gemauert, aber diese Methode konnte eine solide Ver-bindung nicht zulassen, und das Mauerwerk wurde daher auf die grofsen steineselbst aufgeführt. Dessen innerer Theil besteht aus einer Bruchsteinmauer und deräufsere aus Werkstücken, wie es Fig. 2. zeigt.
Ein wesentlicher Fehler war bey Legung der Queerbalken und Absägung derGrundpfähle begangen ; man hatte beyde zu hoch bewerkstelligt. Da das hoIz aufdiese weise täglich nafs und trocken wurde, so faulte es schnell; das Eisenwerkrostete, und wurde vom Meerwasser verkalcht; die steine, welche von den eisernenKlammern gehalten werden sollten, stürzten in die Hafenstrafse. Dies ist also einabermahliger Beweis, dafs man das Holzwerk so tief als möglich, und jederzeit ent-weder unter die tägliche Ebbe legen oder bedecken, auch sich des Eisens äufserst selten,und nicht ohne die höchste Noth, bedienen müsse. Die steine wurden nun von Neuem,aber auf moos aufgesetzt, und alle Fugen damit zugestopft. Diese Methode hat, wie Be-lidor versichert, den besten Effect geleistet, weil das Moos den wellen nachgiebt. Inder xhat ist dieses auch die einzige Ursache, um welcher willen in Holland die ausMeergras gemachten sogenannten wierdeichß , den anbrandenden wellen widerstehen.