g) Zu dem künstlich zu bearbeitenden zregelgemanern mufs nolhwendig dasnetzförmige-mauerwerk gezählt werden. Dasselbe kömmt dem necticulatum derAlten zum nächsten. Die sogenannte stromlage a b, welche in der vordem wandj~i~l f~ einer Mauer angebracht ist, macht nämlich mit den im
1 l j_ nern nopfziegeln c d einen Winkel von 45 Grad. Der-
_l_i._]_ selben bedient man sich vorzüglich in dem Grundbau
-—p—j j— der schleusen und zur Bedeckung schräg gehender mau-a ern. In welchem - letztem Fall auch die Ziegel auf die
schmälste Seite, d. i. als Rollziegel gesetzt werden (Tab. 74.) Zuweilen werden diestromlagen auch mit Breitziegeln gemacht, wie es bey der scarpe der schleuse beyKlein - schaardumm Tab. 72. rig. 3. geschehen ist. Dazu werden die untern undobern Ziegel von dem Maurer (auf der Hand) äbgehauen.
4 ) • Was aber das Fachwerk eines Schleusenbodens anbetrifft, so kann dasselbezum befsten aus koII- Lagen bestehen, welche ganz durchgehen. Sowohl zu diesenals zu jenen müssen die befsten ziegel ausgewählt seyn, weil sie, wie gesagt, entwe-der im Fundamente oder zur Bedeckung des Gemäuers gebraucht werden.
5) Werden die Mauern nur lf stein dick, so kömmt in der vordem wandeine Kopfziegel - oder streckschicht und hinter derselben eine Laufschicht. Damitaber die stofsfugen wechseln, wird die zwöie Schicht, abwechselnd, mit einem wirk-lich halben stein angefangen.
§. 112. Da zu den wasserbauwerken, so viel als möglich, die Lauf-oder Breit-ziegelschichten zu vermeiden sind: so taugt dazu der sogenannte Block - verbandnicht. Darin besteht nämlich die erste Lage aus einer Kopfschichte, und die zwoteLage fangt mit zwey neben einander gelegten Breitziegeln an; die stofsfugen dernächsten Lagen treffen ebenfalls nicht über einander.
<$. 113. Ist die Frage, ob man von der bestimmten Dicke der Mauern lieber,je nachdem es die Gröfse der steine erheischt, abbrechen, oder einen schlechtenMauerband wählen solle, um nur mit den steinen die angenommene Dicke der Mauerherauszubringen ? so würde ich meines orts das erstere verfahren dem letztem vor-ziehen. Uebrigens sind schleusen aus gut gebrannten ziegein dauerhafter als aus Bruch-steinen oder den gewöhnlichen Werkstücken aufgeführte. Hierüber sind mehrere in Hol-land von ziegeln erbauete schleusen, die 500 Jahre stehen, vollgültige Beyspiele;nur mufs man in den climaten, worin strenge Winter einfallen, die schrägen Abda-chungen der Mauern *), wenn w T erkstücke zu haben sind, nicht von ziegeln machen,weil das darauf gefallene Regenwasser sich in dieselben einsetzt, und sie dann vom
*) Besser ist es noch, die schrägen Abdachungen nach Aussen, selbst bey den Stützmauern, überall zu ver-meiden: denn darauf setzt sich der Sclilagregen und Schnee; es wachsen dann Gräser und Moos auf denMauern, die Kasse friert in den Steinfugen und den Fori der Steine, und so verwittert die Mauerendlich.
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