Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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Die frey stellenden vier pfeiler, und die wände der mauern, mufsten dem ho-hen ströme so wenig als möglich widerstand darbieten! Daher sind die pfeiler amVorkopfe nach einem Halbkreise und hinten nach zwey Kreis - Stücken abgerundet.S. die 102* Kupfertafel. Diese pfeiler haben eine Hänge yon 30 Schuh und eine Dickevon 14 Schuh; ihre Hohe beträgt, von den Rostschwellen an, 15 bis 17 schuh 5 zoll *) rüg. l6.; die sohle der fünf Durchlässe hat auf 30 schuh zwey schuh Fall.Die pfeiler ruhen auf einen pfähl- und schwellrost. Die Grundpfähle, welche imumfange des Mauerwerks stehen, sind, von Mitte zu Mitte, auf zwey schuh Abstandund die pfähle der Mittellinie zu vier Fufs Entfernung, mit schweren zugrammen,bis zum Stehen eingerammt. Ueber diese Grundpfähle liegt der eigentliche schwell-rost (iab. 102. pig. i.}, der für sich einen Körper bildet, damit die Senkung desPochwerkes der wehröffnungen, von dem nachher gesprochen werden soll, auf die-selben keinen Einflufs habe : Mit diesen ist also der schwellrost von den Pfeilernnicht verbunden worden. Die nost-Felder sind mit Kiesel, cement und lebendigenKalch gefüllt, und mit dieser selbst in die kleinsten Zwischenräume des Faschinen-baues eindringenden Masse ist das in diesen Rostfeldern gestandene wasser ausge-trieben.

Damit das iiolz des Grundbaues nicht faule, so liegen die eichenen Rostschwel-len der pfeiler (Fig. 15. und l6. Tab. 102. der iaift nicht ausgesetzt. Sie sind näm-lich mit grofsen und kleinen steinen, so wie mit frisch eingeschütteten Kalch umge-ben, woraus eine feste Masse entstanden ist. Auf solchem aus 42 bis 48 Grundpfäh-len und einem schwellroste bestehenden Fundamente ist jeder massive pfeiler aufge-mauert worden. In der Mitte eines jeden pfeilers (Fig. Xix. Tab. 102.) ist ein ausziegel und cement gemachtes und vorher erwähntes Gewölbe g Fig. 15. ,,welches anbeyden Enden aus Nagelflue - steinen besteht (Fig. 18.) vortrefflich ausgeführt* Mitdiesen vier Gewölben der vier Mittelpfeiler Fig. 4. Tab. 101., wovon jedes dem höch-sten Strom ein profil von 23,75 Quadrat-Schuh läfst, wird auch noch der vortheilerreicht, dafs der offene oder eisfreie Strom, wenn er zur Nachtzeit die Hohe von8 zoll über den niedrigsten wasserstand des aufgestauten Stromes übersteigt, in je-der Sekunde, je nachdem er wächst, mehr wasser verliert. Während des winters,oder wenn es sonst ein Vorfall nothwendig macht, kann man diese Gewölbe vorne,mittelst eines unten näher beschriebenen Schützes, verschliefsen, und damit der Eisgangdem das Gewölbe verschliefsenden schütze nicht nachtheilig werden könne, so wird

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*) Es war wegen den, während des Baues , häufig eingefallenen Regengüssen und der dadurch entstande-nen Anschwellungen der Isar , nicht möglich, die pfeiler gleich tief zu fundiren; denn dichte pange-d'ämme und das Ausschöpfen des Wassers würde den sau um 3qqoo fl, kostharer gemacht haben. Hiezukam noch, dafs der Grund voller pfähle, stand und dafs der Faschinenbau auf Sand gelegt werden mufste,so dafs man das Einquellen des Wassers in die Baugruben gar nicht hätte verhindern können. Ichmufste daher 5 bis 4 rufs im Wasser selbst den Rost und die erste Steinlage legen lassen,