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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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Anregung (Ilm 1 Gegenwart lassen uns kaum Zeit, nachzu-sehen, was von denselben ist angestrebt und geleistetworden, und in dem nichtdeutschen Auslande besondersscheint man anzunehmen, die Schweiz sei, bevor englischeTouristen sie besuchten, ein Land der Pfahlbauten undSteinäxte gewesen, ln der Schweiz selbst erscheinen That-sachen, die langst aufgezeichnet, Theorien, die von unsernVoreltern nach allen Seiten geprüft wurden, als neueEntdeckungen und mögen es für diejenigen allerdingssein, die sie veröffentlichen; man verwendet Zeit undFleiss auf dieselben, die besser anderen Dingen zuge-kommen wären, oder die neue Bearbeitung bleibt unge-nügend, weil Vieles, das früliei' gesagt wurde, nicht be-rücksichtigt worden ist. Eine gedrängte Uebersicht dieserälteren Leistungen, mit möglichst vollständiger Angabe derlitterarischen Quellen und einem ausgedehnten Index,scheint mir am besten geeignet, diesen Uebelständenvorzubeugen. Eine Aulforderung zu dieser Arbeit magaber auch in der gegenwärtig vor sich gehenden, tief ein-greifenden Umgestaltung der schweizerischen Culturzu-stände gefunden werden. Die Regierungen der alten Schweiz verhielten sich passiv gegen alle Bestrebungen, die nichtdirect mit der Administration, der Landesvertheidigungoder dem Cultus in Verbindung standen; in den beschei-denen, fast ausschliesslich von Geistlichen und für Geist-liche organisirten und geleiteten Schulen war die Landes-kenutniss, wie alle Naturwissenschaft, dürftig oder garnicht vertreten; wer Studien dieser Art sich hingab war 1auf sich selbst und auf die Belehrung angewiesen, die erim Auslande und in der Litteratur fand, und der Betrieb)dieser Studien war meist auf kleinere freundschaftlich«Kreise der Hauptstädte und auf einzelne Familien be-