Buch 
Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
Entstehung
Seite
3
JPEG-Download
 

VORRÖMISCHE ZEIT.

3

zurück, und diese vermehren sich durch neue Racen vonRindvieh und durch das Pferd. ')

Auch die Flora, sowohl der wildwachsenden, als derCulturpflanzen, hat Veränderungen erlitten. Die Zwergkiefer,die sich jetzt, wie der Steinbock, die Gemse und das Mur-melthier, in das Gebirge zurückgezogen hat, wuchs auch indem Tiefland; man pflanzte Gerste und Weizen, nicht aberDinkel, Roggen und Hafer; man kannte und brauchte denFlachs, aber nicht den Hanf, als Speise dienten Holzäpfel,Haselnüsse, Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren. 2 )

Die Steinarten, welche verarbeitet wurden, finden sichgrösstentheils noch in unseren Gebirgen. Feuerstein , dervorzüglich zu Lanzen- und Pfeilspitzen, Messern und Sägenbenutzt wurde, kommt häufig im Jura und in den näherenKalkalpen vor, Serpentin, der zu Beilen und Hämmern ge-dient hat, in den Hochalpen und, als erratische Blöcke zer-streut, im Mitlelland, eben so verschiedene Hornblendgesteineund Gabbroarlen, wovon viele Abänderungen auch unterden Geschieben der Nagelfluh Vorkommen. Ob der besonderssorgfältig bearbeitete Nephrit schweizerischen Ursprungs sei,bleibt einstweilen unentschieden. In den Pfahlbauten amBielersee und in einem Grabhügel bei Pfälfikon fand manGefässe aus Topfstein, welche ganz mit denjenigen über-einstimmen, die jetzt noch in Chiavenua und in den Thälerndes Veltlin und Tessin gedrechselt werden. Die Bronze oderdas Erz, -welches im nördlichen und mittleren Europa demGebrauche des Eisens voranging, scheint aus dem mittlerenAsien , vielleicht vom Altai oder aus den Gebirgen von Tur -

) Riitimeyer, Untersuchung der Thierreste in den Pfahlbautender Schweiz , 1860.

, die Fauna der Pfahlbauten in der Schweiz , 1861.s ) Dr. Christ, in Riitimeyers Fauna der Pfahlbauten.