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ERSTES BUCH.
Jahrhunderten im Lande einheimischen Stämme ihr Besitz-thum und seine Umgebungen mit Namen bezeichnet hatten.Viele derselben, Namen von Volksstämmen, Gauen, Ort-schaften, Strömen, See'n sind uns durch die ersten grie-chischen und römischen Schriftsteller, die sich näher mitunserem Lande beschäftigt haben, aufbewahrt worden; vielesind jetzt noch üblich, man glaubt sie zu erkennen in denNamen, welche weder auf römische, noch auf deutscheWurzeln zuriickgefuhrt werden können. Oft sind jedoch Be-nennungen, die diesen Sprachen ursprünglich angehören,durch Verzerrung unkenntlich geworden. Die meisten wirk-lich alten Namen befinden sich, wie man erwarten durfte,in den vorzüglich bewohnten Gegenden, im Mittelland undin den Hauptthälern. Gebirgsnamen sind oft neueren Ur-sprungs, viele sind im Mittelalter von den für landschaftlicheSchönheit empfänglichen Klosterbrüdern, mehrere erst imvorigen und jetzigen Jahrhundert, als man sich eifriger mitder Topographie unserer Gebirgswelt zu beschäftigen begann,gewählt und festgestellt worden.
Den älteren Griechen waren über diese Gegenden, wieüber den ganzen Westen und Norden von Europa , nach derfleissigen Zusammenstellung von Uckert, 1 ) nur sehr be-schränkte, sagenarlige und fabelhafte Nachrichten zugekom-men. Der lange Zug von Gebirgen, welche die mittelmee-rischen Länder von dem unbekannten Norden schieden, diePyrenäen , Alpen und der Balkan oder die Karpathen, hiessengemeinschaftlich die lihipäen. Von da her wehte der kalteund stürmische Boreas; jenseits wohnten die einäugigenArimaspen 2 ) und goldbewachenden Greife, weiter hin die Hy-