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ERSTES BUCIT.
noch östlicher Skylhien. Südlich von Keltica liegt Ligystica,durch welches der Rhodanus strömt; ein anderer Strom, sogross als der Rhodanus , wird daselbst von der Erde ver-schlungen und tritt an einer anderen Stelle wieder hervor.Keltica und Skylhien sind so kalt, dass der Esel daselbstnicht leben kann. — Timäus 1 2 ) scheint zuerst für dasLand östlich von lberien den Namen Galatia gebraucht zuhaben. Der Rhodanus ergiesst sich, nach ihm, in fünf Mün-dungen bei Massalia in’s Meer, ein Arm aber fliesst, so wieviele Ströme von den Keltischen Gebirgen, in den Ocean.
Lycophron*) nennt zuerst die Alpen , oder SalpenSalpia ; andere nennen sie Olbia \ doch kam bald die Be-nennung Alpen , Alpis, Alpeis, Alpes , von dem keltischenAlp, das eine Höhe bedeuten soll, in allgemeinen Gebrauch.Wahrscheinlich hiess damals schon bei den anwolinendenKelten, wie heute noch, Alp eine Bergweide, die im Sommermit Milchvieh besetzt und nicht zur Heugewinnung abgemähtwird. — Apollonius Rhodius 3 ) lässt den Rhein inden fernsten Gegenden der Erde entspringen und im Landeder Kelten grosse See’n bilden; ein Arm desselben (liesse inden Ocean, ein anderer ergiesse sich in sieben Mündungenin’s Mittclmeer, ein drittere fliesse in das Adriatische Meer.Auch die Quellen des Ister liegen sehr ferne auf den Rhipäen,ein Arm ströme in das Adriatische Meer, ein anderer in denPonlus Euxinus. — Der Irrthum, dass ein Arm der Donau
') Aus Lacri, der pvthagoräisclien Schule angehürend, vorzüglichNaturforscher, um 400 a. C. Galt für einen der besten Kennerwestlicher und nördlicher Länder. Seine Schriften nur durchAuszüge und Citate bei Plato , Diod . Sic, Strabo u. a. bekannt.
2 ) Aus Euboea , berühmter Tragiker, um 280 a. C. Von seinenTragödien nur die Cassandra erhalten, worin viele geographisheNotizen Vorkommen.
3 ) Aus Alexandrien , aber längere Zeit auf Rhodus. Sein Helden-gedicht, Argonautica, noch vorhanden. Lebte um 200 a. C.