ROMS KENNTNISS DER HELV. NATURVERHALTNISSE. 27
über einen Fluss geführt, bei Städten sind zwei Thürmeoder einzelne Gebäude, bei See’n ist ein See von willkür-licher Form gezeichnet, Alles ohne Consequenz, so, dassoft diese Zeichen auch fehlen, wo man sie erwartet. Sosteht ein See bei Lausanne , setzt aber nicht fort bis Nyon und Genf ; kein See ist bei Yverdon , kein Gebirge zwischendiesem und Besamjon.
5. Roms Kenntniss der helvctisdieu Naturverhältnissc.
Weniger noch, als mit der Geographie des Landes, dieihnen zu militärischen und Verwaltungszwecken wichtig seinmusste , waren die Römer bekannt mit seinen natürlichenVerhältnissen, seinem Klima, seinem Roden, seinen Pflanzenund Thieren. Beschränkte sich doch selbst für Italien undGriechenland ihr Wissen hierüber nur auf eine Sammlungzufälliger Nachrichten und Sagen, ohne genügende Kritikzusammengestellt und durch selbständige, methodische Unter-suchungen nur wenig vermehrt.
Die Hauptquelle, nach welcher wir die damals herr-schende Kenntniss der Alpenländcr beurtheilen können, istPI in ins, dessen grosse und, ungeacht ihres Mangels anKritik, verdienstvolle Naturgeschichte beinah Alles enthaltenmag, was damals über die Natur Helvetiens bekannt war.
Das Klima erschien den Bewohnern Italiens rauh undunwirthlich. Caesar 1 ) kam bei den Aeduern (bei Autun ) indem „kalten, mitternächtlichen Gallien “ in Verlegenheit, weil dasGetreide noch nicht reif und sogar das Heu noch nicht ein-gesammelt war. Diodorus Siculus ' 1 ) schreibt vom gal-lischen Winter, dass an bedeckten Tagen, statt des RegensSchnee falle, an hellen Tagen der Frost die Ströme mit Eis
') B. G. I, 16.