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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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ERSTES BUCH.

genannt. Plinius , der viele Erze, Pflanzen und Thiere an-fuhrt, deren Vorkommen in unserem Lande ihm bekanntsein konnte, wie die Eisenerze im Jura, die Alpenrose, derBiber, Dachs, Wolf, Luchs, Bär u. a v fand sich nicht ver-anlasst, dieses Land neben anderen auch hervorzuheben.

6. Das frühere Mittelaller.

Die Wohlfahrt, der sich Helvetiern unter dem Schutzeder römischen Herrschaft und in langem Frieden erfreute,war keine ungetrübte. Es lastete auf der einheimischen Be-völkerung der Druck hoher, von den Statthaltern mit eisernerStrenge eingetriebener Abgaben und Erpressungen und derUnterhalt zahlreicher Legionen, deren Anführer und Soldatensich schonungslos als Herren des Landes benehmen mochten.An blutigen Haufereien zwischen beiden Volksstämmen, denherrschenden Bümern und den keltisch germanischen Ur-sassen wird es nicht gefehlt haben, obgleich die Geschichtenur die bereits erwähnte heraushebt, da, nach Galbas Tod, diebei Vindonissa stationirten Legionen einen Aufstand derHelvetier niederschlugen und, ihre Städte und Dörfer ver-heerend, die Einwohner mordend, das Land bis Aventicum durchzogen.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass in ähnlicher Be-drängniss die Helvetier sich näher an die ihnen verwandtengermanischen Stämme nördlich vom Rhein anschlossen, und,als diese in dem Bund der Alemannen grössere einheit-liche Kraft gewonnen halten, als zugleich, unter dem be-ginnenden Verfall des römischen Reichs, die Rheingrenzenicht immer geschützt war, fanden Einfälle der Burgundionenund Alemannen in Helvetien statt, die von den Römernnicht zurückgeschlagen werden konnten. Zu den ZeitenCajsars schon mag die Bevölkerung der Ostschweiz grösseren-