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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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ERSTES BUCH.

als Fortsetzung desjenigen von Gregor von Tours , geschrie-ben hat, sagt im 18. Cap.: Eo anno Qquarto regni Theo-derici, vel anno 599 p. C.) aqua calidissima in lacu Du-nensi, qmm Arola fluvius infinit, sic valide elnillivit utmullitudinem piscium coxisset. Mit fast denselben Wortenerzählt Aimoinus 1 ): in lacu quoque Dunensi, in quemArula infinit , aqua fervens adeo ebullivit, ut multitudinempiscium decoctam ad litus projiceret. Man hat bezweifelnwollen, ob in diesen Stellen der Thuncrsee gemeint sei,was jedoch von altern und neuern Geschichtschreibern an-genommen und besonders auch durch de Hoc hat 2 ) ver-teidigt wird. Das Kreigniss, sofern man es als hin-reichend beglaubigt annehmen will, kann wohl nur, wie dieheissen Quellen, durch ein vorübergehendes Hinabdringendes Wassers zu dem heissen Erdkern erklärt werden. Eserinnert an das Aufsteigen, Schäumen und Brausen desMeeres bei Helgoland den 5. Juni 1858 Morgens bei schönem,windstillem Wetter, so dass rund um die Insel das Wasserzu kochen schien. Eine ähnliche Erscheinung soll daselbstden 13. Juni 1833, einige Tage nach einem Erdbeben inSkandinavien , vorgekommen sein.

7. Das spatere Mittelalter.

Die Einheit der Verwaltung und der engere Verbandder helvetischen Länder wurden durch die Zertrümmerung, desrömischen Reichs und die Einwanderung fremder Stämmefür länger als ein Jahrtausend aufgehoben. Im Jahr 500finden wir die Westschweiz mit Uuterwallis im Besitz des

) De gestis Franeorum, cap. 86. Aimoinus war Benedictinerzu Fleury an der Loire . Er war geboren in der Gascogne inder zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts.

2 ) De Bocliat, Mem. crit. sur lhist. anc. de la Suisse, I, 101.