19
Völker und Länder Lage. Wenn man sie so stellt, dassder Nordpol aufrecht steht, so sind die sechs nördlichenZeichen im Thierkreis sichtbar, die sechs südlichen sindverborgen.“
Ueber die Naturgeschichte der Schweiz erhalten wirunerwartete Nachrichten durch die von Ferd i 11 and Kellerveröffentlichten, mit dem Schlagen des Kreuzes begleitetenUenedictiones ad mensas Ekkehardi. 1 ') Der Verfasser dieserin gereimten lateinischen Hexametern geschriebenen Segen-spruche zu den im Kloster aufgelragenen Gerichten warEkkehard der jüngere (geb. um 980, gest. um 1036),Schüler von Notker Labeo , dann Mönch und Magister scho-larum im Kloster St. Gallen , Verfasser der wichtigen Haus-chronik des Klosters Casus S. Galli. 2 ) Die Segensprücheenthalten eine Aufzählung aller damals genossenen Speisenund, obgleich viele auch durch den Handel herbeigeschafftwurden, wie Specereien, Südfrüchte, Meerlische, so findenwir doch unter dem Wildpret viele Thiere genannt, dieunzweifelhaft als einheimische betrachtet werden müssen. Zuden merkwürdigsten gehören die jetzt der Schweiz grossen-theils oder ganz fremd gewordenen, oder überall ausge-storbenen Arten : der Biber, der Bär, das Wildschwein, derHirsch, der Wisent, der Urochs, das wilde Pferd (wohlverwildert), der Dammhirsch, das Bell, der Steinbock. Esbleibt allerdings unentschieden, ob nicht einige dieser Thiere,wie auch andere der angeführten Speisen, aus benachbartenLändern waren zugesandt worden. Zur näheren Charakteristikmag folgende Strophe dienen:
Sub cruce dicina benedicla sil isla ferina.
Sub cruce divina sapiat bene quieque ferina.
Et sernel et rursus cruce sil medicabilis Ursus.
4