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ZWEITES BUCH.
Ruhm erwarb sich besonders Matihioli (1500-1577) durchden von ausgezeichneten Abbildungen in Holzschnitt be-gleiteten Commentar des Dioscorides. Brasavola (1500-1555) aus Venedig , Schüler von Leonicenus, Arzt vonFrancois 1. , Carl V., Leo X . u. a. Monarchen jener Zeit,bewog den Herzog von Ferrara , am Ufer des Po den ersteubotanischen Garten zu gründen. Ihm folgten bald mehrereedle* Venelianer. Zu akademischer Benutzung wurde 1544der erste Garten in Pisa errichtet und Luca Ghini zurBesorgung übertragen, welchem Caesalpin (1519-1003),der Begründer des ersten Pflanzensystems, folgte, ln Frank reich war Ruel (1479-1539) der erste Botaniker; wie diegleichzeitigen Italiener ganz auf die Alten gestützt. Geist-voller, durch Sammeln und Abbilden lebender Pflanzen,begann das Studium in Deutschland , zuerst durch OthoBrunfels (f 1534) von Mainz , Schullehrer in Stras burg und später Stadtarzt in Bern . Sein Werk ist das älteste,das von Figuren begleitet ist. Eine Menge selbst gesam-melter Pflanzen machte in seinem Neuen Kräuterbuch, 1539,sein Freund Hieronymus Tragus (1498-1554), Schul-lehrer, dann Pfarrer und Arzt in der Pfalz , bekannt. Mitgrösserer Gelehrsamkeit trug in Erfurt Eurioius Cordus(f 1538) Botanik und Medicin vor; er war in Italien Schüler von Leonicenus gewesen und sehr befreundet mitErasmus. Noch mehr liess sein zu früh in Rom gestorbenerSohn Valerius Cordus (1515-1544) erwarten. Zu dengrössten Botanikern dieser Zeit zählte Leonhard Fuchs (1501-1560) Professor, erst in Ingolstadt , dann in Tü bingen . Die Abbildungen seiner Hisloria stirpium, 1512 ,sind sehr gut und nicht Copien; der Text lehnt sich anDioscorides und leidet an einem den meisten Schriften dieserZeit gemeinsamen Fehler, an der iriigen Meinung, in unserenGegenden Pflanzen aufgefunden zu haben, die südlichenKlimaten angehören (Haller). Die grössten Dienste leistete,