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ZWEITES BUCD.
dem Concil als Secrelär des römischen Legalen beiwohnteund später als I’ius II. den päpstlichen Stuhl bestieg, lnder Epistola urbis Basiliensis descriptionem continens,wird zuerst der Lauf des Rheins beschrieben, Rheineck ,Constanz , Schaffhausen werden genannt, und bei diesem wirddes Rheinfalls näher erwähnt. Den höchsten Stand habe derStrom im Sommer, wenn die Hitze den Schnee der Alpen schmelze. Er sei sehr fischreich und vor allen werden dieSalmen geschätzt. Die Stadt, welche vor 80 Jahren durchErdbeben zerstört wurde, enthalte nur neue, gleichzeitiggebaute Häuser, die zum Theil denjenigen in Florenz nichtnachstehen. Die Rasier verehren viele Heiligenbilder, haltenaber nicht viel auf weltlicher Wissenschaft, so dass sieweder von Cicero noch von anderen Rednern gehört habenAuch poetische Werke seien wenig geschätzt und nur aufGrammatik und Dialektik werde einiger Fleiss verwendetAus den näheren Dörfern kommen viele, die sich meist durchAlmosen erhalten und bei einem öffentlich bestellten MagisterGrammatik, Logik und Musik erlernen. „Es sind dieses dieGrammatikschüler , die wir später in Italien dem Bettel:nachgehen sehen, die meist auch in der römischen Curiedie Prälaten bedienen und von diesen Beneßcien erhalten,von denen sie nachher in ihrem Vaterland leben können. 0 "
Hervorzuheben und noch dieser älteren Zeit angehö-rend ist aber besonders Yadianus oder Joachim von Watt von St. Gallen (1484-1551). Er studirte in Wien Medicin , erhielt daselbst 1518 den üoetorgrad, wurde Pro-fessor und Rector der Universität. F]r besass viele Kennt-nisse in der Philosophie, Mathematik und Geographie, und.zeichnete sich aus als Dichter, daher er von Maximilian 1 ..als Poeta laureatus gekrönt wurde. Nach seiner Rückkehrwirkte er in St. Gallen als Arzt, trat in den Ratiound wurde 1524 Bürgermeister. — Mit den Gelehrten derBasler Hochschule, mit Glarean, Myconius , Erasmus;