Buch 
Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
Entstehung
Seite
104
JPEG-Download
 

101

ZWEITES BUCH.

und Schärfe und konnte um so besser seinen Zeichner be-aufsichtigen. Daher lieferte er ausgezeichnete Abbildungen,die keinen neueren nachstehen und den Habitus und alleTheile der Pflanze darstellen. Er erkannte zuerst das richtigePrinci-p der botanischen Methode, Geschlechter aufzustellen ,die eine Anzahl Species umfassen, und Classen als In-begriff mehrerer Geschlechter. In seiner Anleitung zumPflanzensammeln sind mehrere natürliche Classen (Fami-lien) bezeichnet. Die Charaktere der Aehnlichkeit fand erin der Blüthe und im Samen, deren Abbildung er auch,wie er sagt, sich vorzüglich, habe angelegen sein lassen.

Die Thäligkeit G.s in der Zoologie war mehr eineliüerarische gewesen: er halte sich bemüht, die in altenund neueren Schriftstellern vorhandenen Nachrichten, oderdie er durch seine Freunde und Correspondenten erhielt, zueinem Ganzen zu verarbeiten, ohne selbst durch Auffindungneuer Arten, oder durch vergleichend anatomische Unter-suchungen der bekannten den wissenschaftlichen SlofF we-sentlich zu vermehren. In höherem Grade jedenfalls entspracher dieser Anforderung in der Botanik, da auf seinen vielenReisen und Ausflügen das Sammeln von Pflanzen und nach-her die Vergleichung und Bestimmung derselben ihn stetsvorherrschend beschäftigte. Viele Pflanzenarten sind ohneZweifel durch ihn zuerst in der Schweiz aufgefunden wor-den, obgleich es schwer sein möchte, dieselben mit Sicher-heit einzeln anzugeben; auch viele Standorte wurden durchihn zuerst bekannt und seinen Freunden mitgetheiit. GrossesGewicht wurde indess zu jener Zeit, wo Niemand noch aneine botanische Geographie und an einen Zusammenhang derBotanik mit den Bodenverhältnissen und dem Klima dachte,den Standorten nicht beigelegt und dieselben werden nurkurz und obenhin berührt oder ganz weggelassen.

Das Mineralreich scheint erst in späterer Zeit G. ernst-lich beschäftigt zu haben, und cs geschah im gleichen Sinn