Buch 
Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
Entstehung
Seite
116
JPEG-Download
 

116

ZWEITES BICH.

Die Schrift De repnblica Helvetioruin ist reinhistorisch, ohne vorausgehende Chorographie.

Als ein selbständiger Bearbeiter der schweizerischenLandeskenntniss, wie Tschudi oder Gessner, kann Simlernicht betrachtet werden, weniger noch als Stumpf undMinister. Das philologische Interesse ist vorherrschend, dieThatsachen sind aus den alten Schriftstellern, oder ausStumpf, .Munster u. A. zusammengelragen. Durch gute Aus-wahl des Stoffs, übersichtliche, elegante Darstellung undeingeslreute eigene, meist richtige und gesunde Urtheilehaben jedoch diese Arbeiten Vieles zur Verbreitung bessererKenntnisse iiber die Alpen und grösseren Eifers zu ihremStudium beigetragen, und selbst in unserer Zeit haben sieihren Werth keineswegs ver'oren.

Die Topographie und Darstellung des Landes durchKarten fand in Zürich eifrige Bearbeiter in den beidenM u re r. Der Vater .lost Murer (1530-1580) war desGrossen Käthes und Amtmann in Winterthur und beschäftigtesich nebenbei mit Malerei und Poesie. Er ist Verfasser derersten grösseren Karte des Cantons Zürich ; sechs Blätter inHolzschnitt, mit den Wappen der Herrschaften, Städte etc.und historischen Anmerkungen am Hand, unter dem Titel:Eigentliche Yerzeichniss der Stadien, Grafschaften undHerrschaften, welche in der Stadt Zürich Gebiet, und Land-schaft gehörig sind, i566, und, in späteren Ausgaben,1070 und 1759. Der Massstab ist ungefähr 1 : 50,000 derwahren Grösse, die Kirchthurme und Schlösser, welcheganze Quadratstunden überdecken, sind nach ihrer wirkli-chen Bauart abgebildet. Sein Sohn Christoph Murer war ebenfalls Amtmann in Winterthur , wo er 1014 starb,und folgte, sowohl in der Topographie, als in poetischenVersuchen, dem Vorbild seines Vaters. Er verfasste eineKarle der Schweiz , wahrscheinlich als Zugabe zu seinem