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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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132 ZWEITES BUCII.

nach der Eroberung der Waadt (1536), eine Akademieerrichtet, an welcher Farel, Yiret und, als Professordes Griechischen, Conrad Gessner lehrten. Die Anstaltwar, wie diejenigen in Genf , Bern und Zürich , fast aus-schliesslich eine Schule für Theologen, auf die Bedürfnissedes reformirten Kirchendienstes berechnet, doch verdanktinan dem kurzen Aufenthalte Gessners den Anfang zu einerFlora der Umgebungen des Genfersee's.

ln Luzern war durch vielseilige wissenschaftlicheBildung hervorragend der Stadtschreiber Kennward Cysat(151-5-1614), der sich durch Ordnung des Archivs undgründliches Studium der Geschichte seiner Vaterstadt grossesVerdienst erworben hat. Er ist Verfasser mehrerer kleinerBadeschriften, über Lutzelau bei Wäggis, Kratzenbadbei Schupfen, Fideris im Prättigau. Dieerstere, in Versen,enthält ein Verzeichniss der in der Gegend von Wäggisvorkommenden Pflanzen. Die wichtigste, leider ungedrucktgebliebene Arbeit von Cysat ist eine Beschreibung undGeschichte des Entlebuchs, die sich würdig an die Mono-graphien Tschudis über Rhätien und Simlers über Wallis anschliessl'). Man verdankt endlich Cysat die Erhaltungund sorgfältigere Bearbeitung einer von dem Mailänder As-canio Marso, von 1555 bis 1559 spanischem Gesandtenbei der Eidgenossenschaft , verfassten italienischen Beschrei-bung der Schweiz . Sowohl die Urschrift als die Ueber-setzuug sind Manuscript geblieben, und, da die erstereE. v. Haller nicht bekannt war, so will er nicht entscheiden,ob nicht vielleicht der grossere Theil der in Luzern befind-lichen deutschen Schrift die Arbeit von Cysat sei.

Ein anderer Mailänder, Paolo Morigia (geb. 1524)behandelte den hundert Jahre vorher von Macaneo be-arbeiteten Stoff in einer Hisloria della nobilla e degne

') E. v. Haller, Schw. Bibi. I.