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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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DAS XVII. JAHRHUNDERT.

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Doch fand die schon von Fracostoro und Palissy behaupteteLehre, dass die fossilen Körper einst lebenden Pflanzen undThieren angehört hätten, eine stets wachsende Zahl vonAnhängern. Fs vertheidigten sie in Italien Fabio Colonna ,Agost. Scilla (f 1700), Vallisneri (1661-1730), inEngland Woodward, Hooke, Kay (1628-1705), inDeutschland Leibnitz . Nur tlieilte man sich darüber, obdie fossilen Meeresüberreste von der Noachischen Flulh odervon einem lange anhaltenden Stande des Meeres über denContincnten herriihren. Inzwischen vermehrten sich die Pe-trefactensammlungen derMuseen, man begann diese Körperzu vergleichen, abzubilden, zu classificiren und hiemit dasMaterial zu der Paläontologie, als einem neuen Theile derNaturgeschichte, vorzubereiten.

Fiinen noch höheren Aufschwung nahm die Botanik.Das Mikroskop machte es möglich, mit grösserer Schärfedie Structur der Pflanze und ihrer Theile zu erforschenund eine Anatomie und Physiologie derselben zu begründen.Grew (1628-1711) wies die Zellen und Gefässe nach,erkannte die Sexualverschiedenheit und verfolgte die Verände-rungen des Baus der Pflanze vom Samen bis zur vollenEntwicklung. Malpighi (1628-1694) Professor in Bologna ,erwarb sich auf demselben Beobachtungsfelde, besondersüber die Structur und Entwicklung der Samen und Keime,grosses Verdienst. Mit ihnen wetteiferte Leeuwenhoeck(1632-1723) von Delft , ein unermüdlicher, Alles, worüberdas Mikroskop Aufschluss zu geben vermag, umfassenderBeobachter. Durch Reisen und längeren Aufenthalt von Bo-tanikern in fremden Welttheilen stieg auch mit jedem Jahr-zehend die Anzahl bekannter Pflanzen; so durch Marggrafund Hans Sloane , so ferner durch die Sammlungen vonP1 u m i e r (1646-1704) im tropischen Amerika , über Asien durchVan Rheede (f 1700),dessen DortusMalabaricus,in 12 Vol.fol.mit Abbildungen und Text erschien, über Ostasien und Japan