156
DRITTES Bl'CII.
vorzugsweise diesem Werk seinen Ruf. Es eröffnet die, immergrösseren Umfang und höhere künstlerische oder luxuriöseAusstattung gewinnende Reihe von Skizzen, Ansichten,Gemälden, Panoramen, Dioramen u. s. w., die kaum mehreinen Fleck der Schweiz ohne Abbildung gelassen haben.—Viele der Merian’schen Kupfer sind später für andere Werke,z. B. von Scheuchzer in den Itinera alpinn, von Ruchatin den Delices de In Suis.se u. s. w. benutzt worden.
Weniger glücklich war Merian, oder der Zeichner, dener hiezu verwendete, in der Darstellung von Nalurobjecten.Die Abbildungen von Gletschern, Wasserfällen u. s. w. schei-nen nach flüchtiger Ansicht im Zimmer gezeichnet zu seinund haben oft nur eine entfernte Aehnlichkcit mit dem Ge-genstände. Spätere Schriftsteller, welche die Natur nur nachdiesen Bildern beurtheilten, sind durch sie zu seltsamen,oft ganz falschen Beschreibungen und Theorie’n verleitetworden.
Viel bewundert wurde zu ihrer Zeit Danielis Ere-mit® >) Belg ® De Uelnetiorum , Rieturum , Sedunensiumsitu, republica, moribus , epistola. Es ist eine in elegantemLatein geschriebene, dem Herzog Gonzaga von Mantua ge-widmete kurze Beschreibung der Schweiz , meist aus Simler,Tschudi u. s. w. Der Verfasser scheint das Land wenignach eigener Ansicht zu kennen, und seine Schilderungenleiden oft an poetischer Uebertreibung. So beklagt er dieBewohner der Alpen, die, aus Mangel an erdigem Boden,ihre Todten im Eis begraben, was auf dem Gr. S. Bernhardund anderwärts vorkomme; oder die, vom Geiz getrieben,