Buch 
Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
Entstehung
Seite
170
JPEG-Download
 

170

DRITTES BUCn.

ihn zuerst gefunden. Seine Ergebnisse erschienen als Hel-vetia Paradisus, 1710, und später als EidgenössischerLustgarten, oder Beschreibung der in den EidgenössischenLändern wachsenden Kräuter, 1715. Die Bestimmungensind, nach A. v. Haller, mit Vorsicht anzunehmen. Dieseschweizerische Flora bildet einen einzigen Octavband. Seinebedeutende Naturaliensammlung kam später an Joh. Gessner. 1 )

Andere Arbeiten desselben Verfassers gehören ebenfallsunserem Gebiet an. So eine Abhandlung in den Act. Nat.Cur. Dec. 111, An. V, VI. De quibusdam lapidibus figuratisIlelcetiie, mit 34 Tafeln meist jurassischer Petrefacten, aberohne erläuternden Text. Ferner, ein kurzer Brief an HookeF. R. S. Concerning the icy and cryslallin mounlains ofHelvetia, called the Gletscher, Ph. Trans. 1669. Er enthältweniger, als bereits in Simler steht. Das Eis geht allmähligin Kryslall über und bildet ganze Berge. Die Meinung, dassdie mit ewigem Schnee bedeckten Berge bis in ihren Kernaus Eis bestehen, scheint damals noch sehr verbreitet ge-wesen zu sein. Gegen die Ansicht, dass der Bergkryslallverhärtetes Eis sei, hatte aber 50 Jahre vorher schon Les-carbot sich erklärt, und sie hatte in der Mitte des XVILJahrhunderts w'olil nicht mehr viele Anhänger. Indess warMuralt damals erst 24 Jahre alt, und er stutzte sich wohlmehr auf ältere Autoritäten, als auf eigene Untersuchungen.Eine schlechte Abbildung, vielleicht des Grindelwaldglelschers,in den Phil. Trans. 1673, ist nicht wichtig.

Ein von E. von Haller angeführtes Manuscript vonH. Biedermann, Med. D. (f 1729) von Winterthur ,Paradisus Ilelcetiie, lectionum bolanicarum de plantis inIlelo., sponte nascenlium natura et viribus proemium, 1676,ist vielleicht ein nach den Lehrvorträgen von v. Muralt nach-geschriebenes Heft.

) E. v. Haller, Scliw. Bibi. I, 339.