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DRITTES BUCH.
Litteratur und Archäologie. Sein gewöhnlicher Aufenthaltwar die Ambrosianische Bibliothek in Mailand , der er auchseinen ganzen litterarischen Nachlass vermachte. Sein Haupt-werk ist das Museo Nooarese, 1701 , eine Sammlung vonBiographie’n berühmter Männer aus der Provinz Novara .
Später, obgleich wahrscheinlich früher geschrieben, er-schien auch eine Karte und Beschreibung des Genfersee’svon Jean Christophe Fatio de Duiller, Remarquessur /’ Imloire naturelle du Lac de Gene re, 1730, im II. Bandvon Spon Hist, de Geneoe. Die Karte ist fehlerhaft, der Seeist in seinem mittleren Ttieil zu schmal, das südliche Ufer,von Ripaille bis Villeneuve, bildet beinah eine gerade WOstreichende Linie; der Jura ist durch willkürliche, vereinzeltstehende Gebirge angedeutet; eben so willkürlich sind dieSavoyergebirge gezeichnet. Als ihr höchster Theil erscheintein Felsgebirge, les Glacieres, irrig zwischen Chamouni undSixt gesetzt. Weit besser ist der Text. Er handelt von derFigur und Grösse des See’s, vom Ursprung und Lauf derRhone , wobei die alte Behauptung, dass die Rhone , ohneihr Wasser mit demjenigen des See's zu mischen, diesendurchströme, widerlegt wird; von den verschiedenen Windendes See's und ihren Eigenschaften, von den Seiches, welchedurch ein Zurückdrängen des Seewassers unter dem Druckdes SW Windes erklärt werden; von den Anschwellungender Arve. Die meiste Beachtung verdienen die beigefügtenHöhenmessungen, als die ersten trigonometrisch ausgeführtenim Jura und in den Alpen. Er bestimmt die Höhe der Doleüber dem See gleich 654 1 (nach Esclunann ist sie 669 *),des höchsten Gipfels der Glacieres oder der Montagne mau-dile wenigstens gleich 2000* (nach Eschmann 2270*}; dieHöhe des See’s über dem Mittehneer schätzt er, nach demGefäll der Rhone verglichen mit dem der Loire , auf 426* (nachEschmann 192 *). Durch Compensation der Fehler ergibt