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DRITTES BUCH.
füssigen Thieren '). in der fünften Schweizerreise gibt Sch.eilf Abbildungen von Drachen, deren Existenz ihm, sowohlnach einheimischen, als auswärtigen Zeugnissen, nicht zubezweifeln scheint, sei es, dass sie ein besonderes Thier—geschlecht bilden, oder als Missgeburten von Schlangen zubetrachten seien. Es Hessen sich auch mehrere Arten unter-scheiden, die einen seien geflügelt, andere nicht, einigehaben Küsse, andere seien den Schlangen ähnlich, und auchdie Farbe, die Bedeckung und Gestalt zeige grosse Ungleich-heiten.
32. Scheuchzer’s Zeitgenossen in Zürich .
Johann Sehe u chzer (1684-1738) verdankte seinem12 Jahre älteren Bruder die Liebe zu den Naturwissenschaftenund den ersten Unterricht in denselben, studirle dann in Basel Medicin und trat, als seine Bemühungen, an einer Universitäteine Lehrstelle zu erhallen, fruchtlos blieben, als Militärarzt inholländische Dienste. Nachdem er mehrere Feldzüge mitge-macht hatte, auf welchen er, wie später, als er sich imToggenburgerkrieg bei den Ziirchertruppen befand, auch alsIngenieur mag Hülfe geleistet haben, erhielt er eine An-stellung bei dem Grafen Marsigli 3 ) und begleitete diesen
') Haller, Schw. Bibi. 1.
J ) Luduv. Ferd. Marsigli (1060—1730) von Bologna , trat,nach längerem Aufenthalt in Constantinopel, in kais. Diensteund nahm Theil an den Feldzügen in Ungarn , wo er in tür-kische Gefangenschaft und Sklaverei gcrieth. Nach seinem Los-kauf erhielt er wieder Anstellung in Oesterreich , war Com-mandant in Brisach und wurde verstossen, weil er beschuldigtwar, dasselbe zu früh dem Feind überliefert zu haben. Nach-dem er noch in päpstlichen Diensten gestanden hatte, zog ersich zurück, lebte der Wissenschaft und hielt sich abwechselndin Paris , Montpellier und Bologna auf. Hier gründete er das