DRITTES BUCH.
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reffend auf die genfersche Jugend eingevvirkt zu haben. Vonwohlthäligem Einfluss und ernste, vielseitig geistige Thätigkeitbefördernd waren die Theologen Turretini (1671-1737) undBaulacre (1670-1761), der Staatsmann und AgronomLuIIin de Chateau vie u x (1695-1781) u. A.; so dass inden ersten Decennien des XVIII. Jahrhunderts Genf bereitseinen Verein gelehrter, auch in England anerkannter undbefreundeier Gelehrter besass, wie sich dessen keine andereSchweizersladt, und keine grossere französische Provinzial-stadt rühmen konnte. Von dieser Zeit her schreibt sich dieDifferenz, welche in der Naturforschung bis in neuere Zeitendie Genfer Schule vor den analogen Bestrebungen derdeutschen Schweiz ausgezeichnet hat. Während hier, nachdem Vorbild von C. Gessner und Scheuchzer, Naturgeschichteund natnrhistorische Landeskennlniss als Hauptziele derThätigkeit festgehalteu wurden, trat in Genf die philosophi-sche Seite der Naturwissenschaft, die Physik oder NaturalP/iitosophy der Engländer, in den Vordergrund und alleArbeit war, im Sinne Newton's, den Principien zugewendet.Die engere Verbindung der Genfer mit Paris und Cambridge begünstigte diese ernstere Dichtung in gleichem Masse, alsin der übrigen Schweiz , wie in Deutschland , der beinaheallgemeine Mangel mathematischer Vorbildung ein tieferesEingehen auf physikalische Unleisucliungen den Meistenunmöglich machte und ihre Thätigkeit auf Dilettantismusbeschränkte.
Lausanne war in theologische Streitigkeiten ver-wickelt, weil sich, besonders unter den jungen Geistlichen,ein ernstlicher Widerstand gegen die Unterschreibung derKorinula eonsensus zeigte, die mit unduldsamer Strenge von
hielt sich durch Privatunterricht. Verfasser mehrerer Werkeüber Philosophie, Pädagogik u. Naturwissenschaft. S. Prevost,Notice sur la vie de G. L. Le Sage, 1805.