ALLGEMEINE VERHÄLTNISSE.
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wichtigsten physikalischen Apparate waren bekannt, derGebrauch der Logarithmen machte früher kaum ausführbareRechnungen möglich, der Infmitesimalcalcul bahnte den Wegdurch die verwickeltsten Gebiete der Mechanik, die Bera-thungen und Denkschriften gelehrter Gesellschaften gabender wis'enschaftlichen Forschung höheres Ansehen, erwar-ben ihr die Unterstützung der Fürsten und beförderten dieraschere Verbreitung ihrer Resultate. Den Entdeckungen desDrucks der Atmosphäre, des Princips der Gravitation, derZerlegung des weis?en Lichtes, der Thalsache des Blul-mnlaufs lassen sich kaum solche von gleicher Bedeutungaus dem folgenden Jahrhundert gegcniiberstellen. Der grössteScharfsinn, der unermüdlichste Fleiss wurden auf die weitereEntwicklung gewonnener Theorie’n und Thatsaehen, auf dasVerfolgen geöffneter, weniger auf das Anbahnen neuer Wegeverwendet. Vergleicht man den Stand der einzelnen Zweigeder Naturwissenschaft gegen das Ende beider Jahrhunderte,so ist allerdings der Gewinn, den man dem Eifer und derhohen Begabung der Männer des Will. Jahrhunderts ver-dankt, nicht hoch genug zu schätzen, die Summe wirklicherFortschritte übersteigt vielleicht Alles, was die Gesammiheitfrüherer Jahrhunderte geleistet hatte; allein gerade, weildas Wachsthum der Kenntnisse ein stetiges war, wurde esweniger durch epochemachende , ganze Gebiete uimvandeludeEntdeckungen bezeichnet.
Einen ihm eigenthümlichen, erfolgreichen Weg betratdas neue Jahrhundert in der naturwissenschaftlichen FLr-forschung fremder Länder und Weltlheile, welche auf Befehlun i Kosten der Monarchen, oder der von ihnen unterhaltenenAkademien aii'gefuhrt wurde. Es sind diese Reisen, als einschöner Beweis der hohen Achtung, den erleuchtete Staats-männer und Fürsten unserer Wissenschaft zollten, die glän-zendste , auch dem grösseren Publicum am meisten imponi-reude That, die aus den vielseitigen geistigen Bestrebungen