215
Nach seiner Rückkehr versah er geringere geistliche Slellcn,bewarb sich umsonst um den erledigten Lehrstuhl der Phi-losophie und erhielt, 1758, die angenehme, in der Nähevon Rem liegende Pfarrei Stcltlen , von wo er sich, 1775,wesen Brustbeschwerden, auf sein Landgut Baumgarten beiBern zurückzog. Von da an lebte er nur der Naturgeschichte,zu der er durch Privatunterricht auch jüngere Leute an-leitete. Diese Neigung zum Studium der Natur mag schonin Göttingen erwacht sein, allein erst nachdem er, 1754,in das Erbe seines Verwandten eingetreten war, wurde esihm möglich, sich derselben hinzugeben. Er gründete einreiches Naturaliencabinet, besonders für Ornithologie, Con-chylien, Petrefacten und Mineralien, welches, mit Ausnahmeder in Privatbesitz befindlichen Mineraliensammlung, denGrund zu dem Museum der Stadt Bern geliefert hat, undverband damit eine werthvolle naturhistorische Bibliothek.—Dii! zu seiner Zeit erschienenen gedruckten Arbeiten Sprünglisbeschränken sich auf Beschreibungen einiger Vögel, beson-ders des vor ihm wenig bekannten Lämmergeiers. Seinemit grossem Fleiss ausgearbeiteten handschriftlichen Ver-zeichnisse seiner Sammlungen sind aber späteren Natur-forschern sehr werthvoll gewesen.
Daniel Langhans, Dr. Med. (1727-1813), zu seinerZeit der berühmteste Arzt seiner Vaterstadt, in GöttirigenSchüler von Haller, zugleich mit Spriingli und Zimmermann;durch Reisen und einen längeren Aufenthalt in Paris ge-bildet; durch verschiedene medicinische Schriften ehrenvollbekannt. Ein längerer Aufenthalt an der Lenk im Simmen-thal, wohin er, 1752, von der Regierung war gesandtworden, weil daselbst eine, meist mit Vereiterung der Lungenendende Epidemie ausgebrochen war, wurde von ihm zueiner Beschreibung verschiedener Merkwürdigkeiten desSimmenthals, i753, benutzt, worin besonders der Räzli-