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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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DIE ROMANISCHE SCHWEIZ .

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ausgezeichneten Fremden, war Lausanne ein Mittelpunktgeistiger Anregung und feineren Lebensgenusses geworden.Kranke aus allen Tlieilen von Europa kamen, um Tissotzu beraihen, oder sich seiner Behandlung zu ubergeben.Die Rechtsschule war würdig vertreten durch Yicat (f 1770).Seig n e u x de Correvon und Samuel Porta (geb. 1716)>ln Vevey arbeitete Gamaliel de Roverea') an seinerwerthvollen Karle, und später, als Alb. von Haller Rochebewohnte, wurden diese Gegenden ein Sammelpunkt berühmteroder aufstrebender Naturforscher, und ausgezeichnete Rei-sende jedes Standes bestrebten sich, dem grossen Gelehrtenilire Huldigung darzubielen. Besonders die Botanik fand hiereine eifrige Pflege. Unter Hallers Anleitung bildete sich inBex der Vater Abraham Thomas aus, in dessen SöhnenLouis, Emanuel und Philipp Thomas sich die Liebezur Naturgeschichte bis auf unsere Zeit fortpflanzte; mitAbrah. Louis Decoppet (f 1785), Pfarrer zu Aigleund Secretär der dortigen Oekonoinischen Gesellschaft, sehrverdient um die botanische Erforschung jener Gegend, tratHaller in ein näheres freundschaftliches Verhältnis, so wieauch mit Dr. Ricou in Bex. Aus den benachbartenOrmonds stammte der berühmte Physiker All am and(1713-1787), Schüler von Treytorrens und De Crousaz,später Professor zu Fraueker und Nachfolger seines väter-lichen Freundes SGravesande auf dein Lehrstuhl der Physikzu Leyden, wo durch ihn das naturhistorische Museum ge-gründet wurde*). Das gegenüber liegende S. Gingolphwar der Geburtsort von Pierre Joseph deRivaz(1711-

') J. G. de Roverea hatte früher, als Ingenieur, mit Fatio ander Karte des Genfersees gearbeitet und erhielt, 1725, dieStelle des Directors der SaUwerke. Auf ihn folgte sein SohnFrancois de R., der früher ähnliche Stellen im Ausland verwaltethatte.

) Conserv. suisse, XI.