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Ein zweites Centrum für Naturgeschichte in diesen Ge-genden hatten die Brüder Gagnebin in La Fernere,östlich von Chaux-de-Fonds, gegründet. Ihr Vater Abraham Gagnebin , war Arzt in Renan und ertheilte mit einem Haus-lehrer Ue Rivaz aus Yilleneuve seinen Söhnen, die beidesich der Mcdicin widmeten, den Schulunterricht. Der ältereund bedeutendere der zwei Brüder, Abraham Gagnebin (1707-1S00), machte seine medicinischen Studien in Basel unter Theodor Zwinger und gewann hier Lust zu natur-historischen Arbeiten. Als Chirurg trat er, 1728, in schwei zerisch -französische Dienste und benutzte den häufigen Gar-nisonwechsel, um in allen Theilen von Frankreich zu bo-tanisiren und zu einem bedeutenden Herbarium zu gelangen,wobei auch andere Naturalien nicht vernachlässigt wurden.Nach seiner Rückkehr, 1735, lebte er mit seinem BruderDaniel Gagnebin (1709-1781) als Arzt zu La Fernere.Der letztere halte sich, neben der Medicin, worin er mit sei-nem Bruder thätig war, der Mechanik und Physik zugewendetund wusste den Uhrmachern und Industriellen von Chaux-de-Fonds oft mit gutem Rath beizustehen. Das gastfreund-liche Haus der beiden Brüder wurde häufig besucht vonreisenden Botanikern und Paläontologen. Hier trafen d’Iver-nois und Cartier mit ihren Freunden aus Biel und den Jura-thälern zusammen; auch J. ,J. Rousseau, während seinesAufenthalts in Motiers, halle bei Gagnebin Anleitung zurBotanik gesucht. Durch eine fieissige Correspondenz, be-sonders mit Haller, Job. Gessner, Allioni, Risler, Spiel-mann, Zwinger, stand das auf der Hochfläche des Juraisolirte La Fernere in Verbindung mit der gelehrten Welt,und die Sommermonate wurden benutzt zu Fixcursionen inalle Theile des heimathlichen Gebirges und öfters auch indie Alpen >).
') Thurmann, Abrah. Gagnebin, 1851. Soc. jur. d'Emul.